Gegen Norwegen hat Torhüter Silvio Heinevetter den Kasten geradezu vernagelt, dennoch verloren die Deutschen mit 24:25. “Schade, dass es nicht gereicht hat. Wir haben vorne einfach zu viele klare Chancen weggelassen”, sagte Heinevetter nach seinem ersten, gleich überzeugenden WM-Spiel.
Der 24-Jährige wehrte 47 Prozent der Bälle ab, ein absoluter Spitzenwert. Zweimal fing er gar Würfe des Gegners, die Höchststrafe für Angreifer. Bundestrainer Heiner Brand ist sich sicher: “Er wird seinen Weg machen.” Er hatte Heinevetter als dritten Torwart für die Hauptrunde der WM in Kroatien in seinen 16er-Kader berufen.
Der gebürtige Thüringer spielt seit 2005 für den SC Magdeburg. In der neuen Saison wechselt er zu den Füchsen Berlin, wo seine Leistung gegen Norwegen Begeisterung ausgelöst hat. “Der Auftritt von Silvio Heinevetter war absolut positiv. Er hat gezeigt, warum wir ihn verpflichtet haben”, freute sich Bob Hanning, der Geschäftsführer der Füchse.
Heinevetter ist ein Verrückter im positiven Sinn, spielt Handball mit viel Emotion. So verunsichert er Gegenspieler nach Paraden zusätzlich, wenn er wild auf sie einredet – so genanntes Trash Talking. Akrobatisch sind seine Bewegungen, mitunter überraschend, mit welchem Körperteil er noch den Ball abwehren kann.
Ob Heinevetter im entscheidenden Spiel um den Einzug ins Halbfinale gegen Dänemark eine weitere Chance bekommt, ließ der Bundestrainer, der im Tor ein Luxusproblem hat, offen. Johannes Bitter überzeugte ebenso mit starken Leistugen wie der gegen Polen glänzend haltende Carsten Lichtlein, bloß gegen Serbien bekamen beide kaum die Hand an den Ball.