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Torfestival im Fuchsbau: Berlin – Melsungen 38:34

Autor: Sonja Beckmann
abgelegt in: Handball Bundesliga

Füchse Berlin

Fünf gegen zwei ist eigentlich eine beliebte Übung beim Fußballtraining, doch beim Bundesligaspiel Füchse Berlin gegen MT Melsungen kämpften in der 39. Minute fünf Berliner Feldspieler gegen zwei der Gäste aus Hessen. Einige Spieler hatten ihre Nerven nicht im Griff und mussten für zwei Minuten vom Feld, schließlich kassierte auch noch der reklamierende Melsunger Trainer Robert Hedin eine Zeitstrafe, die einer seiner Spieler absitzen musste. In dieser Phase zogen die Berliner auf 27:19 davon. “Die Berliner haben verdient gewonnen”, bilanzierte Hedin. “Wir haben das Spiel schon in der ersten Hälfte verloren. Tore haben wir geworfen, wie wir wollten, die Partie ging in der Abwehr verloren.”

MT Melsungen

Eine treffende Analyse, denn auch die Berliner trafen, wie sie wollten. “Wir sind eine Angriffsmannschaft geworden”, sagte Trainer Jörn-Uwe Lommel, ein Satz, der zu Saisonbeginn geradezu utopisch schien. “Alle Rückraumspieler sind individuell stark und wurfgewaltig.” Überragend spielte Kjetil Strand, der das Berliner Spiel schnell machte, raffinierte Vorlagen gab und sieben Tore warf. Auch Konrad Wilczynski traf siebenmal und führt nun die Torjägerliste der Bundesliga mit 136 Treffern an. Die Siebenmeter (7/6) des Österreichers sind spektakulär: Wahlweise zirkelt, legt, eiert, dreht oder donnert er die Bälle ins Tor.


Die Berliner begannen furios und lagen schnell mit 9:3 in Führung. Nach einer Auszeit spielten die Gäste, angetrieben vom manchmal übereifrigen serbischen Regisseur Vladica Stojanovic, konzentrierter, vor allem Daniel Valo (6) und Savas Karipidis (10/6) hielten ihr Team in Schlagdistanz. Zur Halbzeit führten die Füchse 20:16, und das mit einer beeindruckenden Bilanz: Gleich neun Spieler trafen ins Melsunger Tor. In der zweiten Hälfte zogen die Berliner mit acht Toren Vorsprung davon, Melsungen kämpfte sich noch auf vier Treffer heran, aber da auch der Aufsteiger weiter nach Belieben traf, mussten die Hessen die Fuchsjagd abblasen.

Mit dem 3. Heimsieg in Folge vor 6243 Zuschauern kletterten die Berliner auf den 13. Platz. Lommel warnte dennoch: “Der Abstiegskampf hat gerade angefangen. Aber solange wir die Heimspiele gewinnen, müssen wir uns keine Gedanken machen.” Füchse-Manager Bob Hanning konnte gestern noch die Verlängerung mit dem Berliner Eigengewächs Sascha Detlof um ein weiteres Jahr bekannt gegeben. “Ihr könnt holen, wen ihr wollt”, zitierte ihn Hanning, “spätestens nach drei Spieltagen spiele ich sowieso wieder in der Abwehr.”


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