„Teamgeist – Die zwei Leben des Joachim Deckarm“ heisst die Biografie über den Ende der 1970er Jahre vielleicht besten Handballspieler der Welt. Geschrieben hat das Werk der Sportjournalist Rolf Heggen, unter anderem um dem am 30. März 1979 schwer verunglückten Deckarm, der noch heute auf fremde Hilfe angewiesen ist, finanziell unter die Arme zu greifen. Denn die Erlöse aus dem Buchverkauf gehen an die Joachim Deckarm-Stiftung.
Als am 30. März 1979 der damals 25-jährige Rückraumspieler in der 23. Spielminute des Halbfinalrückspiels seines Vereins VfL Gummersbach gegen Tatabánya in Ungarn mit einem Gegenspieler zusammenstiess und schwer auf dem Boden aufschlug, ahnte niemand, dass die daraus resultierenden Verletzungen Deckarms seine Karriere als Handballspieler beenden und – noch viel schwerwiegender – sein Leben für immer verändern würde.
Ein doppelter Schädelbasisbruch sowie die daraus resultierende schwere Gehirnquetschung liessen Joachim „Jo“ Deckarm ins Koma fallen, aus dem er erst nach 131 Tagen erwachte. Durch die schwerwiegenden Verletzungen des Gehirns hatte der 104-fache Nationalspieler die Fähigkeit zu sprechen verloren und war auf das motorische Niveau eines Kleinkindes zurückgefallen.
Erst nach mehreren Jahren und unzähligen erfolglosen Therapieversuchen wurde der gebürtige Saarbrücker als Pflegefall eingestuft. Doch mit der Unterstützung seiner ehemaligen Handball-Kollegen, darunter der heutige Handball-Bundestrainer Heiner Brand und der ehemalige Trainer Deckarms, Werner Hürter, gewann Jo seinen Lebensmut und auch Teile seiner Motorik und Sprachfähigkeit wieder.
In „Teamgeist – Die zwei Leben des Joachim Deckarm“, das morgen (29.10.09) in Köln vorgestellt wird und von der Stiftung Deutsche Sporthilfe, vom Deutschen Handballbund und von der Handball-Bundesliga herausgegeben wird, porträtiert Rolf Heggen den Kämpfer Joachim Deckarm, der sich auch in schwersten Zeiten nicht aufgab und immer auf die Unterstützung seiner Kameraden, Freunde und Verwandten verlassen konnte.
Und so steht Deckarm auch heute, mit 55 Jahren immer noch für das, was Handball in erster Linie ausmacht: Teamgeist und der Wille zu Kämpfen.