Wer kennt Dan McMillan, Ciaran Williams, Merlin Braithwaite, Chris McDermott, Sebastian Prieto und Chris Mohr? Richtig, es sind Nationalspieler. Sie stehen im Kader der englischen Nationalmannschaft. Deren Niveau ist im Fußball vielleicht mit San Marino oder den Fidschi-Inseln vergleichbar, ist Handball im Mutterland des Fußballs doch kaum eine Randsportart.
Die sechs Engländer stehen seit einigen Wochen im Kader von TUSEM Essen, um in der stärksten Liga der Welt ihre Erfahrungen zu sammeln, die 2010 bei den Olympischen Spielen in London der englischen Nationalmannschaft zugute kommen soll.
Dass diese Erfahrungen mit dem TUSEM meist in hohen Niederlagen münden, ficht die Engländer nicht an. Der als erster Absteiger feststehende Traditionsklub hatte einen herben Aderlass an Leistungsträgern zu verzeichnen, nachdem die Vereinsführung das Insolvenzverfahren beantragt hatte. Mit Spieler aus dem Landesligakader musste Trainer Kristof Szargiej die Mannschaft auffüllen, gerade noch drei Spieler sind noch übrig von denen, die in die Saison startete. Hinzu kamen dann die sechs Nationalspieler.
Als Exoten fühlen sich die Engländer indes keineswegs, vielmehr betonen alle unisono, dass sie hart an sich arbeiten wollen. Eine Einschätzung, die Trainer Szargiej bedingungslos teilt. Auch wenn Essens Sportlicher Leiter Stephan Krebietke den Neuzugängen lediglich Oberliga-Format bescheinigte, hat man in Essen Spaß an dem neuen Projekt gefunden. Gegen den HSV war die Halle ausverkauft, das 19:39 tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
Heute empfangen die Engländer den TBV Lemgo.
Der in Existenznot geratene Handball-Traditionsklub TUSEM Essen hat am Dienstag Antrag auf Insolvenz gestellt und steht damit als erster Absteiger aus der Bundesliga fest. Den Spielbetreib will der Verein jedoch aufrecht erhalten.
“Nach intensiver Prüfung der wirtschaftlichen Situation und Feststellung der katastrophalen finanziellen Lage, keiner Aussicht auf zusätzliche Sponsoringeinnahmen auch nur in annähernd ausreichender Größenordnung, fehlender Liquidität und der Ankündigung von Gläubigern, ihrerseits einen Insolvenzantrag zu stellen, haben wir uns zu diesem Schritt entschließen müssen”, hieß es in einer Pressemitteilung von TUSEM Essen.
Die Situation in Essen ist für Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, ein verheerendes Signal. “Das ist ein erheblicher Schaden für die Liga”, sagte Bohmann.
Ein Lebenszeichen aus Essen: Der TUSEM, von Insolvenz bedroht, gewann gegen GWD Minden mit 27:26 (13:12), bleibt jedoch Tabellenletzter. Die SG Flensburg-Handewitt kassierte beim SC Magdeburg 26:33 (13:16) die erste Niederlage in der Bundesliga. Tabellenführer bleibt der THW Kiel, der beim Aufsteiger Stralsunder HV 43:22 (20:8) gewann. Der TBV Lemgo verdarb den Füchsen die Premiere in der neuen Arena vor Berliner Rekordkulisse. weiterlesen »
Acht Bundesligaspiele, acht Niederlagen und die Konten sind leer – TUSEM Essen steht vor einem Desaster. Nach Berichten der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) fehlt dem Tabellenletzten bis zum Jahresende eine Million Euro, um den Etat zu decken. Heute treffen sich die Verantwortlichen der Vereins mit HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. weiterlesen »
Aufatmen in Essen, große Enttäuschung in Düsseldorf: TUSEM Essen hat durch einen 29:28 (15:13)-Sieg im zweiten Relegationsspiel beim Zweitligisten HSG Düsseldorf den Verbleib in der Bundesliga perfekt gemacht.
Der dreimalige deutsche Meister TUSEM Essen vermied ein Jahr nach dem Wiederaufstieg die direkte Rückkehr in die 2. Liga. Die HSG Düsseldorf verpasste hingegen ein Jahr nach dem Abstieg die Rückkehr ins Handball-Oberhaus. Vor 3200 Zuschauern lagen die Essener nach dem deutlichen 31:20-Hinspielsieg erneut die gesamte Partie über in Führung. Aljoscha Schmidt und Evars Klesniks trafen je siebenmal für Essen. Zehnmal traf Frank Berblinger für die Gastgeber (8 Siebenmeter).
Im Absteigskampf siegte der TUSEM Essen 30:28 gegen den Wilhelmshavener HV. Mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel unter Neu-Trainer Krzysztof Szargiej verließen die Essener erstmals seit Oktober vergangenen Jahres den letzten Tabellenplatz der Handball-Bundesliga und reichten die rote Laterne an den TuS N-Lübbecke weiter. Die Wilhelmshavener, die noch am vergangenen Mittwoch mit 23:19 gegen den TuS N-Lübbecke den ersten Sieg unter Trainer Klaus-Dieter Petersen erzielten, bleiben mit nur einem Punkt Vorsprung auf dem 15. Tabellenplatz, danach folgen Minden, Essen und Lübbecke mit jeweils elf Punkten.
Im Kampf um den vierten Tabellenplatz, der im Falle eines deutschen Erfolgs in der Königsklasse zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, kann sich die HSG Nordhorn weiter auf ihre Heimstärke verlassen. Im gestrigen Heimspiel gegen den TV Großwallstadt gewannen die Grafschafter mit 31:27 (13:14) und zementierten mit dem zehnten Erfolg im elften Spiel vor eigener Kulisse ihre Ambitionen in dieser Saison.
Mit einem 33:30-Auswärtssieg bei HBW Balingen-Weilstetten gelang es den Gummersbachern, den Kontakt zur Spitze zu halten. Die Balinger konnten in diesem Match lange mithalten und mussten sich erst in der Schlussphase dem Favoriten geschlagen geben. Mit acht Treffern war Roman Pungartnik bester Werfer der Gäste aus der kleinen Handballmetropole.
Der MT Melsungen gewann überraschend bei Frisch Auf Göppingen 34:30 und liegt mit 19 Punkten im sicheren Mittelfeld. Für die Göppinger dagegen ist die angestrebte Europacup-Qualifikation kaum mehr realistisch.
Die HSG Wetzlar gewann deutlich mit 30:24 beim TuS N-Lübbecke und dürfte mit 19 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Die unterlegenen Ostwestfalen hingegen rutschten auf den letzten Tabellenplatz ab.
In den drei Spielen am Sonntag musste sich der TBV Lemgo den Rhein-Neckar Löwen mit 25:29 (10:16) geschlagen geben, der HSV Hamburg besiegte TSV GWD Minden mit 27:22 (13:13) und Aufsteiger Füchse Berlin gelang ein unerwarteter 33:31 (16:15)-Erfolg gegen den SC Magdeburg.