Es scheint eine schrecklich schöne Familie zu sein: Im Jahr 2000 wurde Michael Kraus zum Bravo-”Boy des Jahres” gewählt, seine Zwillingsschwester Alena erreichte bei den “Girls des Jahres” die Top 10. Ein weiterer, nun sportlicher Titel kündigt sich an: Der 25-Jährige kam bereits in die engere Auswahl zum Welthandballer des Jahres 2007, wurde schon Dritter.
Der Spielmacher debütierte 2002 bei Frisch Auf Göppingen in der Bundesliga. Bis 2007 spielte Kraus dort, beliebt und bejubelt wie ein König, dann wechselte er zum ambitionierten TBV Lemgo in die ostwestfälische Provinz, um zu einer – O-Ton Kraus – “absoluten Führungsperson” zu reifen.
Seit Beginn des Jahres trainiert Markus Baur den TBV, mit dem Kraus 2007 Weltmeister wurde. Sein Stern ging auf im Hauptrundenspiel gegen Europameister Frankreich, als “Mimi” Kraus nach drei Minuten für den verletzten Baur einspringen musste und die Deutschen mit sieben Toren vorzeitig ins Viertelfinale warf. Am Ende stand er im Allstar-Team und war eines der prägendsten Gesichter der denkwürdigen Heim-WM.
Nach durchwachsenen Leistungen bei der EM 2008 verordnete Bundestrainer Heiner Brand dem Rückraumspieler eine Denkpause, doch bei den Olympischen Spielen stand Kraus wieder im Kader und gehörte zu den Besseren in einem insgesamt enttäuschenden Team.
Gelegentlich modelt der frühere Bravo-Boy, er lässt dann sehr viel von sich sehen, wenn er für Unterwäsche posiert. Er findet, dass dies eine “richtig gute Sache” sei. “Ich fühle mich vor der Kamera einfach wohl”, sagt Kraus, der Sunnyboy mit den vielen weiblichen Fans. Sein Familienstand scheint von großem Interesse zu sein, denn wer “Michael Kraus” googelt, wird flugs auf “verwandte Suchvorgänge: Michael Kraus Freundin” hingewiesen.
Durchatmen bei den Rhein-Neckar Löwen: Das Team von Trainer Iouri Chevtsov hat im Heimspiel gegen den TBW Lemgo ein 29:29-Unentschieden erkämpft. Dabei lagen die Löwen schon fünf Tore zurück. Nach der finanziellen Rettung zog die HSG Nordhorn durch ein 36:30 (18:17) gegen die weiter punktlose HSG Wetzlar mit nun 8:2 Punkten an Lemgo vorbei auf Platz vier. weiterlesen »
Der THW Kiel hat dem SC Magdeburg am 3. Spieltag der Bundesliga die erste Niederlage zugefügt. Damit glückte dem TBV Lemgo nach einem Kantersieg gegen die HSG Wetzlar der Sprung an die Tabellenspitze. Ebenfalls sechs Punkte auf dem Konto haben Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, die den VfL Gummersbach bezwang, und FA Göppingen nach einem Erfolg gegen Aufsteiger Stralsunder HV. weiterlesen »
Der TBV Lemgo versucht Stück für Stück unter ihren „Neutrainer“ Baur eine Mannschaft aufzubauen, die in wenigen Jahren wieder an der Spitze der Handball-Bundesliga mitwirken kann. Dabei helfen soll Martin Galia, tschechischer Nationaltorwart, der vom Ligakonkurrenten FrischAuf Göppingen kommt.
Der 29jährige Keeper, der momentan noch an einem Kreuzbandriss laboriert, soll rund 500.000 Euro Ablöse kosten. Galia galt bis zu seiner Verletzung als absoluter Rückhalt bei Göppingen und soll nun beim TBV Lemgo an seine Leistungen anknüpfen. Damit dies auch langfristig möglich ist, haben die Ostwestfalen den Keeper mit einem Vertrag bis ins Jahr 2011 ausgestattet.
Für Tschechien absolvierte der 1,89 Meter große Galia bereits 97 Spiele in der Nationalmannschaft und war in der Saison 2005/2006 mit 508 Paraden bester Torwart der Bundesliga. Hoffentlich findet er nach seiner schwerwiegenden Verletzung an sein altes Leistungsvermögen zurück.
Am vergangenen Wochenende waren die Vertreter der Handball-Bundesliga auch international wieder im Einsatz. Der THW Kiel möchte natürlich seinen Titel in der Champions League verteidigen, aber auch der HSV Hamburg und Flensburg Handewitt streben nach der europäischen Krone.
Natürlich ging der THW Kiel in altbewährter Methode voran und zeigte dem französischen Meister US Ivry seine Grenzen auf. In fremder Halle gewann der THW klar mit 39:25 und setzte sich gleich an die Spitze seiner Gruppe. Beste Werfer auf Seiten der Kieler waren Filip Jicha mit zehn Treffern und Nicola Karabatic mit acht Treffern. Schon in der nächsten Partie kann der THW Kiel schon für eine kleine Vorentscheidung in der Gruppe 1 sorgen, wenn er auf den russischen Vertreter aus Moskau trifft.
Ganz anders ergeht es den anderen beiden Vertretern in der Champions League. Der HSV Hamburg und Flensburg Handewitt wurden zusammen in die Todesgruppe gewählt. Dort treffen sie Portland San Antonio aus Spanien sowie Zagreb aus Kroatien. Am ersten Spieltag trennten sich die beiden deutschen Vertreter mit 33:33, wobei Flensburg zwischenzeitlich schon mit 30:24 geführt hatte und das Spiel in den letzten Minuten noch aus den Händen gab. Positiv aus deutscher Sicht war die Niederlage von Portland, die als großer Konkurrent in dieser Gruppe angesehen werden. Die Spanier gewannen 2001 die Champions League sowie 2000 und 2004 den Europapokal der Pokalsieger.
Eben diesen möchte der SC Magdeburg verteidigen und legte in der gestrigen Partie gegen norwegischen Vertreter Drammen HK die Grundlage hierfür. Die Magdeburger siegten am Ende vor 2088 Zuschauern mit 31:25. Ein Wörtchen um Titel möchten hier auch die Rhein-Neckar-Löwen mitsprechen. Der aktuelle deutsche Pokalsieger besiegte die schwedischen Pokalsieger Hammarby IF mit 36:26.
Völlig von der Rolle scheint der TBV Lemgo zu sein. Nach Niederlagen in der Bundesliga folgte auch die Hinspiel-Niederlageim EHF-Pokal gegen Rk Cimos Koper aus Slowenien. Neu-Trainer Baur verlor mit seinen Mannen 29:34. Erfolgreich hingegen war die HSG Nordhorn, die den russischen Vertreter SKIF Krasnodar mit 35:25 aus der Halle fegte.
Die internationalen Ergebnisse zeigen, dass die Bundesliga zu den stärksten der Welt zählt und diesen Anspruch auch mit guten Ergebnissen untermauert.