Die Frauen-Handball WM findet diesmal im tropischen Klima Brasiliens statt. Gut vorbereitet und mit großen Zielen startet die deutsche Nationalmannschaft in den Wettkampf.
Karneval, Sonne, Strand und Zuckerhut sind wohl die ersten Dinge die mit Brasilien assoziiert werden, doch vom 2. bis 18. Dezember steht das Land ganz im Zeichen der Frauen-Handball WM. Die Internationale Handballföderation (IHF) veranstaltet in diesem Jahr dort die 20. Frauen-Handball Weltmeisterschaft, an der 24 Teams aus aller Welt teilnehmen werden. Automatisch für diesen Wettkampf qualifiziert ist neben dem Gastgeberland Brasilien auch die Russische Nationalmannschaft, welche den Weltmeistertitel im Jahre 2009 bereits zum dritten mal in Folge holte. Ein solcher „Hattrick“ gelang bis dahin nur der Nationalmannschaft der UdSSR mit dem WM-Sieg in den Jahren 1982, 1986 und 1990.
In ihrem ersten ersten Spiel dieses Turniers am 3. Dezember tritt die deutsche Nationalmannschaft gegen Norwegen an. Der Rekord-Europameister und Olympiasieger ist ein ebenfalls sehr ernst zu nehmender Gegner. Doch aufgrund der guten Vorbereitung durch Bundestrainer Heine Jensen in der Halle und im Kraftraum sind die Spielerinnen gut vorbereitet. Jensen ist es zudem gelungen dem Team das Selbstvertrauen zurückzugeben, sodass die gesteckten Ziele durchaus erreichbar sind. weiterlesen »
Gunnar Prokop ist eine Legende – zumindest in Österreich. Als Mitbegründer, Manager und Trainer des österreichischen Handballclubs Hypo Niederösterreich führte er die Damenmannschaft seit der ersten österreichischen Meisterschaft im Jahr 1977 mit 33 Malen ununterbrochen zum Sieg. Aber auch in der Champions League konnte Hypo Niederösterreich bis bisher acht Siegen überzeugen.
Vor seiner Karriere als Damen-Handballtrainer war Gunnar Prokop bereits als Leichtathletik-Trainer erfolgreich. So führte er seine spätere Frau Liese Sykora, besser bekannt als österreichische Innenministerin Liese Prokop (2004 bis 2006), bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt zur Silbermedaille im Fünfkampf, aber auch andere von Prokop betreute Athletinnen feierten Erfolge. Erst 1972 wechselte Gunnar Prokop zum Frauen-Handball und wurde auch dort bereits bald erfolgreich, trainierte sogar zeitweise die Nationalmannschaft.
2001 wurde Gunnar Prokop anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Europäischen Handball-Föderation zum „Coach of the Century“ gekührt. Im April 2007 wurde Gunnar Prokop vom Land Niederösterreich für sein Lebenswerk geehrt.
Obwohl schon immer als impulsiv und häufig auch frauenfeindlich bekannt, leistete sich der heute 69-Jährige beim Champions League-Spiel von Hypo Niederösterreich gegen Metz Handball am 29. Oktober 2009 eine selbst für Gunnar Prokops Verhältnisse unerhörte Entgleisung, als er weiterlesen »
„Teamgeist – Die zwei Leben des Joachim Deckarm“ heisst die Biografie über den Ende der 1970er Jahre vielleicht besten Handballspieler der Welt. Geschrieben hat das Werk der Sportjournalist Rolf Heggen, unter anderem um dem am 30. März 1979 schwer verunglückten Deckarm, der noch heute auf fremde Hilfe angewiesen ist, finanziell unter die Arme zu greifen. Denn die Erlöse aus dem Buchverkauf gehen an die Joachim Deckarm-Stiftung.
Als am 30. März 1979 der damals 25-jährige Rückraumspieler in der 23. Spielminute des Halbfinalrückspiels seines Vereins VfL Gummersbach gegen Tatabánya in Ungarn mit einem Gegenspieler zusammenstiess und schwer auf dem Boden aufschlug, ahnte niemand, dass die daraus resultierenden Verletzungen Deckarms seine Karriere als Handballspieler beenden und – noch viel schwerwiegender – sein Leben für immer verändern würde.
Ein doppelter Schädelbasisbruch sowie die daraus resultierende schwere Gehirnquetschung liessen Joachim „Jo“ Deckarm ins Koma fallen, aus dem er erst nach 131 Tagen erwachte. Durch die schwerwiegenden Verletzungen des Gehirns hatte der 104-fache Nationalspieler die Fähigkeit zu sprechen verloren und war auf das motorische Niveau eines Kleinkindes zurückgefallen.
Erst nach mehreren Jahren und unzähligen weiterlesen »
Thierry Omeyer vom norddeutschen Erfolgsverein THW Kiel ist Welthandballer des Jahres 2008. Der Welthandballverband IHF verlieh dem Star-Torhüter den begehrten Titel und machte damit seine Erfolgsgeschichte komplett.
Der 32-Jährige, der seit 2006 bei den Kieler Zebras unter Vertrag ist, tritt damit die Nachfolge seines früheren Teamkollegen Nikola Karabatic an.
Omeyer ist nach Henning Fritz und Arpad Sterpik der dritte Torwart, der die begehrte Auszeichnung des IHF erhält. Omeyer hat in seiner Karriere beinahe alles erreicht, was man als Handballer erreichen kann. Mit der französischen Nationalmannschaft holte er sich 2008 in Peking den Olympiatitel und wurde 2009 in Kroatien Weltmeister.
Mit dem THW Kiel fügte er in der abgelaufenen Saison noch den Meister- und den Pokalsiegertitel hinzu und erreichte darüber hinaus das Finale der Champions League. Wen wundert es da, dass Omeyer von den Bundesligamanagern zum besten Spieler der Saison 2008/2009 gekürt wurde. Die Auszeichnung als Welthandballer dürfte die Titelsammlung des Ausnahmespielers vervollständigen.
Bei den Frauen konnte unterdessen Linn-Kristin Riegelhuth den Titel als Welthandballerin in Empfang nehmen. Die 25-Jährige, die beim FC Kopenhagen spielt, kann zwar noch kein WM-Gold für sich verbuchen, mit der norwegischen Damenauswahl holte sie allerdings schon dreimal den EM-Titel.
Róbert Gunnarsson spielt als Kreisläufer beim VfL Gummersbach und ist außerdem isländischer Nationalspieler. Insgesamt 118 Spiele hat der 30-jährige Handballer bisher bestritten und dabei 370 Tore geworfen. Der Man beweist Größe und das nicht nur in spielerischer Hinsicht, mit einer Körpergröße von 1,91 m ist er nicht der Kleinste auf dem Feld.
Mit der Trikotnummer 18 ist Róbert Gunnarsson auf dem Spielfeld des VfL Gummersbach zu sehen. Doch das war nicht immer so, der Isländer begann das Handballspielen in Fylkir und wechselte später zu Fram Reykjavík. Über den dänischen Verein Århus GF gelangte er 2005 zum VfL Gummersbach.
Vier Jahre später gewann Gunnarsson den EHF-Pokal mit seiner Mannschaft. Er nahm mit Island an der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland teil und schied dort im Viertelfinale ausgerechnet gegen seine zeitweiligen Kollegen aus Dänemark aus.
Beim VfL Gummersbach gilt er als unkonventioneller Mensch, der nicht so ohne weiteres in gängige Schubladen passt. Nach seinem Wechsel zum VFL Gummersbach bekam man in der Bundesliga Würfe zu sehen, die man vorher so nicht kannte. Róbert Gunnarsson ist immer Richtung Tor unterwegs und versucht dabei jede auch noch so kleine Chance, an den Ball zu kommen, zu nutzen. Funktioniert das nicht auf die schulbuchmäßige Arte, indem der Ball mit dem Rücken zum gegnerischen Tor angenommen und nach einer flinken Drehung ins Tor befördert wird, dann schießt der Profispieler einfach mit der Rückhand.
Róbert Gunnarsson lebt seinen Sport, das ist klar, dennoch gilt seine Liebe aber seiner Familien.
Mit seiner Freundin Svala hat er zwei Töchter und einen Sohn. Für die Zukunft nach dem Profisport will Róbert Gunnarsson aber nicht mit lehren Händen dastehen. ‘Wenn es mit dem Profi-Sport vorbei ist, will ich auf jeden Fall auf einen anderen Beruf vorbereitet sein. Ich denke darüber nach und habe viele Ideen, aber die richtige Lösung habe ich noch nicht gefunden.’, so der Handballspieler.
Der Spitzensportler Daniel Narcisse wurde 16. Dezember 1979 in Saint-Denis, Réunion geboren. Der französische Handballspieler ist seit Sommer 2009 beim THW Kiel unter Vertrag. Narcisse ist 189 cm groß und wiegt 90 kg. Narcisse ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Daniel Narcisse hat bei seinen Einsätzen in der Französischen Handballnationalmannschaft die Rückennummer 8. Der Handballer wird vor allem im Rückraum vielfältig aufgestellt; während seiner Zeit beim deutschen Bundesligisten VfLGummersbach spielte er in der Regel auf Rückraum-Mitte. Daniel Narcisse trat im jugendlichen Alter noch für Joinville und Chauron auf der Insel Réunion an. Ein Angebot des französischen Vereins Chambéry Savoie HB bewog ihn, nach Kontinental-Europa zu ziehen und sein Debüt in der 1. französischen Handballliga zu geben. Mit den Savoyern erkämpfte er 2001 die französische Meisterschaft und gewann den Ligapokal.
Narcisse kam 2004 beim VfL Gummersbach unter Vertrag. Eine zu diesem Zeitpunkt nicht kurierte Verkletzung nahmen die Gummersbacher allerdings zum Anlass, seinen Vertrag mit einer einseitigen Option auf eine Vertragsverlängerung zu versehen. Narcisse entwickelte sich in der 1. Handball-Bundesliga zum Gummersbacher Topstar und Leistungsträger, was darin resultierte, dass der VfL 2006 ihn weiter verpflichten wollten. Der Franzose plante aber aus privaten Gründen in seine Heimat nach Chambéry zurückzukehren und hatte daher schon einen ab Sommer 2007 in Kraft tretenden Vertrag weiterlesen »
Nun ist es Amtlich! Der kroatische Nationalspieler und 2-Meter Riese Igor Vori wechselt zum Handball-Bundesligist HSV Hamburg. Schon zur kommenden Saison soll der 28-jährige nicht mehr für den HC Croatia Osigutanje-Zagreb spielen sondern offiziell zum Verein an die Elbe wechseln und das bis vorerst 2012.
Mit seiner kroatischen Mannschaft gewann Igor Vori die WM 2003 in Portugal und im folgenden Jahr wurden die Kroaten Olympiasieger in Athen. Bei der Heim-WM Anfang dieses Jahres, bei der die Kroaten den zweiten Platz belegten, wurde Vori zum wertvollsten Spieler des Turniers gekürt. Mit diesen Zeugnissen also, wechselt Vori zum HSV.
Bei seiner Ankunft in Hamburg war der Kreisläufer bester Laune und begeistert von Trainingsbedingungen in der Volksbank-Arena. Gemeinsam mit HSV-Sportchef Christian Fitzek gab es hier eine erste Besichtigungstour. ‘Toll. Ich bin beeindruckt von den Trainingsbedingungen“, schwärmt das Abwehr-Ass ‘Das kenne ich nur vom FC Barcelona. Aber hier ist alles neuer, noch schöner.’ Fitzek erhofft sich starke Unterstützung im Team durch Igor Vori. ‘Mit ihm haben wir mehr Masse und Größe in der Deckung.’, so Fitzek.
Der Kroate hatte zuvor seinen bis 2010 bestehenden Vertrag beim finanziell klammen RK Zagreb aufgelöst, weil er die letzten drei Monate kein Gehalt mehr bekam. Sportchef Fitzek geht daher davon aus das der HSV keine Ablöse mehr zu zahlen hat. Danach ging es weiter zum Medizin-Check bei den Team-Ärzten im Albertinen Krankenhaus. Diesen absolvierte Vori mit Bravur und bekam ‘Grünes Licht‘ von den Ärzten. Mit der Nummer 9 auf dem Trikot stellt Igor Vori sich darauf ein Titel zu holen. Na dann los – Wir freuen uns auf das was da kommt!
Michael Kraus muss sich heute einem operativen Eingriff an seinem linken Knie unterziehen. Dabei wird eine arthroskopische Abklärung der Knieschmerzen durchgeführt, die den 25-jährigen Spielmacher des TBV Lemgo seit mehreren Wochen begleiten. Ob der Eingriff ambulant erfolgt oder Michael Kraus für ein oder zwei Tage in der Klinik bleiben muss, ist derzeit noch offen.
“Michael Kraus hat in den vergangenen Wochen immer wieder über Schmerzen im Knie geklagt, hat allerdings die Saison für den TBV Lemgo unbedingt noch zu Ende spielen wollen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Nun muss der Eingriff allerdings erfolgen, auch wenn er dabei die Maßnahmen der deutschen Nationalmannschaft nicht vollständig mitmachen kann. Nach Aussagen der Ärzte wird bis zum Saisonstart des TBV am 20. Juli die Reha vollständig beendet sein. Somit ist gewährleistet, dass Michael zur neuen Saison wieder voll einsteigen kann”, sagte TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe zu der Arthroskopie.
Patrick Groetzki ist eines der größten deutschen Handballtalente. Der 19-Jährige, der in der Bundesliga für die Rhein-Neckar Löwen spielt, wurde von Bundestrainer Heiner Brand in den Kader für die EM-Qualifikationsspiele gegen Bulgarien, Slowenien, Weißrussland und Isreal berufen. Kein Wunder, wenn man Groetzkis Wurzeln betrachtet, denn der Rechtsaußen wurde in eine handballverrückte Familie hineingeboren.
Beide Eltern waren Trainer, was den kleinen Sohn inspirierte: “Überall und jederzeit schleppte ich einen Ball mit mir herum, und es war schnell klar, Fußballprofi würde ich wohl nicht werden!” verrät Groetzki auf seiner Website. Mit drei Jahren begann er bei den Minis der SG Pforzheim-Eutingen, wo ihn seine Mutter trainierte.
Groetzki durchlief alle Jugendmannschaften der SG und spielte dann in der A-Jugend der SG Kronau/Östringen. 2007 wechselte der gebürtige Pforzheimer zu den Rhein-Neckar Löwen, unterschrieb dort einen Dreijahresvertrag. 2008 errang er mit der Junioren-Nationalmannschaft Silber bei der EM in Rumänien und wurde zum wertvollsten Spieler gewählt. Im Mai 2009 erhielt er erstmals eine Einladung zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft.
Neben Linksaußen Uwe Gensheimer ist der Abiturient, der im September seinen Zivildienst am Olympiastützpunkt Heidelberg beginnt, zur zweiten Hausmarke der Löwen geworden. beide ergänzen sich gut: “Uwe hat den Dreher. Ich hab den Wackler”, erläutert Groetzki seine raffinierte Wurftechnik.
Wie auch Weltmeister Dominik Klein wird Groetzki von der Agentur Global MMK betreut. Sein Ziel ist es, sich in der Bundesliga zu etablieren. “Ich bin nicht der Paradiesvogel, der die Klappe aufreißt”, sagt der Youngster über sich. Dennoch formuliert er selbstbewusst sein Ziel: “Ich hab die Mitte im Kopf und will nicht nur der Außen sein.” Und bis dahin freuen sich seine Fans über seinen Wackler von der rechten Seite.
Weltmeister und Welthandballer Nikola Karabatic wechselt nach Berichten der französichen “Midi Libre” gemeinsam mit Vid Kavticnik vom THW Kiel zu Montpellier HB. Offiziell hat der THW noch kein grünes Licht gegeben, hinter den Kulissen soll aber bereits Einigung erzielt worden sein. Der Franzose und der Slowene kosten im Paket 1,5 Millionen Euro, beide sollen einen Vierjahres-Vertrag erhalten.
Die Lücken sollen Momir Ilic vom VfL Gummersbach und Christian Sprenger vom SC Magdeburg füllen. Damit steht der deutsche Rekordmeister vor einem gewaltigen Umbruch. Trainer Alfred Gislason, Trainer des THW Kiel, sagte: “Es wird eine deutlich andere Mannschaft sein.”