Ein Lebenszeichen aus Essen: Der TUSEM, von Insolvenz bedroht, gewann gegen GWD Minden mit 27:26 (13:12), bleibt jedoch Tabellenletzter. Die SG Flensburg-Handewitt kassierte beim SC Magdeburg 26:33 (13:16) die erste Niederlage in der Bundesliga. Tabellenführer bleibt der THW Kiel, der beim Aufsteiger Stralsunder HV 43:22 (20:8) gewann. Der TBV Lemgo verdarb den Füchsen die Premiere in der neuen Arena vor Berliner Rekordkulisse. weiterlesen »
Vor drei Jahren bangten die Füchse Berlin noch um die Lizenz für die zweite Bundesliga, in dieser Saison kommen bis zu 15.000 Zuschauer zu den Heimspielen. Manager Bob Hanning sagte jüngst gegenüber “handball-world.com”: “Nach der TSG Hoffenheim sind wir von der Entwicklung der letzten Jahre derzeit das zweitgrößte Sportprojekt in Deutschland.”
In vergangenen Jahr stiegen die Füchse in die Bundesliga auf. Die Zuschauer stömten, um die Stars der stärksten Liga der Welt zu sehen. Hanning steckte die Mehreinnahmen in das abstiegsgefährdete Team und verpflichtete die beiden Polen Michal Kubisztal und Bartlomiej Jaszka sowie den Franzosen Christian Caillat. Die Neuen erwiesen sich als Volltreffer, und vor allem dank ihrer Heimstärke beendeten die von Jörn-Uwe Lommel trainierten Füchse die Saison auf Rang zwölf.
Rückhalt des Teams ist der tschechische Nationaltorhüter Petr Stochl. Der Österreicher Konrad Wilczynski avancierte in der vergangenen Saison mit 237 Toren gar zum besten Werfer der Bundesliga. Mit feiner Wurftechnik drehte, legte, donnerte und zirkelte der Linksaußen 128 Siebenmeter ins Netz.
In drei Jahren solle das Team in Europapokal spielen, sagte Hanning vor der Saison und setzt auf kontinuierliches Wachstum: “Wir werden uns auf keinen Fall Titel auf Pump kaufen, wie das bei anderen Clubs passiert ist.” Im Gegenteil, mit dem renommierten amerikanischen Rechtevermarkter IMG wurde ein zehn Jahre laufender Vertrag über die exklusive Vermarktung des Teams abgeschlossen.
Nachswuchsarbeit – eine Parallele zur TSG Hoffenheim – genießt hohe Priorität bei den Füchsen Berlin. Der Verein hat ein neues Schulkonzept für den Nachwuchshandball aufgestellt. Hanning setzt auf eine Sogwirkung: “Wenn wir weitere Bundesligaspieler hervorbringen, dann werden die Füchse für sie die erste Adresse sein. Im Vordergrund stehen aber die gezielte Förderung und die Ziele der Talente.”
Die Vereine der Handball-Bundesliga: THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, HSV Hamburg, Rhein-Neckar Löwen, HSG Nordhorn, VfL Gummersbach, TBV Lemgo, SC Magdeburg, Frisch Auf Göppingen, MT Melsungen, TV Großwallstadt, Füchse Berlin, HBW Balingen-Weilstetten, HSG Wetzlar, TSV GWD Minden, TUSEM Essen, Stralsunder HV, TSV Dormagen
Neun Handballer bei den Olympischen Spielen – die holprige Saisonvorbereitung des HSV Hamburg scheint sich zu rächen: Die Füchse Berlin konnten beim 34:34 einen Punkt aus der Hansestadt entführen. Im baden-württembergischen Derby gewannen die Rhein-Neckar-Löwen standesgemäß 37:26 (17:12) gegen HBW Balingen-Weilstätten. Frisch Auf Göppingen kassierte in Magdeburg beim 24:28 (12:14) die erste Niederlage.
Einen wahren Krimi erlebten die Zuschauer in der Berliner Max-Schmeling-Halle beim 28:27 (16:13) gegen den TSV Dormagen. Die Überraschungsmannschaft der Saison führte fast die gesamte erste Halbzeit, doch ab der 25. Minute konnten sich die Füchse 16:13 absetzen. In der zweiten Halbzeit wogte die Partie hin und her, erst in den letzten Minuten stellten die Füchse den knappen Sieg sicher. GWD Minden verlor gegen den VfL Gummersbach 26:31 (13:14). weiterlesen »
Wenn Strafwürfe zur Strafe werden: Die Füchse Berlin, mit zwei Siegen gut in die Saison gestartet, verwarfen beim 24:32 (8:14) gegen die Rhein-Neckar Löwen unglaubliche neun Siebenmeter. Der Füchse-Spieler, der in der vergangenen Saison 128 Siebenmeter verwandelte, saß verletzt mit einem martialischen Kopfverband auf der Tribüne. weiterlesen »
Konrad Wilczynski von den Füchsen Berlin hat nach dem schweren Zusammenprall mit dem Wetzlarer Torhüter Zoran Djordjic beim letzten Bundesligaspiel nur eine Gehirnerschütterung davongetragen. Möglicherweise wird er schon beim Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen wieder zum Zuge kommen. Djordjic hat sich beim Österreicher für die gefährliche Aktion bereits entschuldigt. weiterlesen »
Jan Filip verlässt die HSG Nordhorn und wechselt zu den Rhein-Neckar Löwen. Der Kapitän der Grafschafter unterschrieb beim Vierten der abgelaufenen Saison einen Zweijahres-Vertrag, Der 35-jährige Tscheche ist zwar noch bis 2012 vertraglich an den EHF-Cup-Sieger gebunden, doch gegen Zahlung einer Ablösesumme kann er zu den Löwen wechseln. HSG-Manager Rigterink zeigte Verständnis für die Entscheidung Jan Filips. “Bei den Löwen hat Honza noch einmal die Gelegenheit, in der Champions League zu spielen.”
Arne Niemeyer, Neuzugang des HSV Handball, stellte die neue Imagekampagne seines Klubs vor. Der 13-malige Nationalspieler, der vom Last-Minute-Bundesligisten GWD Minden in die Hansestadt wechselt, klebte höchstpersönlich den Prototyp des Plakats, das in ganz Hamburg zu sehen ist. Mit dem Slogan “60 Minuten – 1000 Emotionen” versprechen die großflächigen Poster Hochspannung bei jedem Spiel des HSV Handball.
Die Füchse Berlin trainieren in Russland. In Krasnodar treffen sie bei einem Turnier auf die Nationalteams aus Russland, Frankreich und Dänemark, die sich auf Olympia vorbereiten. Mit an Bord sind bis auf die Olympioniken Hany El Fakharany und Bartlomiej Jaszka alle Füchse. Fraglich ist allerdings der Einsatz von Rückraum-Ass Kjetil Strand, hinter dem nach einer Muskelfaserverletzung ein Fragezeichen steht. Erst später zur Mannschaft stoßen wird Michal Kubisztal, der Fuchs und seine hochschwangere Frau erwarten in diesen Tagen ihr erstes Kind.

Drei Jahre ist es her, da hatten die Füchse Berlin nicht einmal die Lizenz für die zweite Bundesliga. Erst am 11. Juli 2005 kam die erlösende Nachricht. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga und Platz zwölf in der vergangegen Saison haben die Berliner Handballer nun auch auf wirtschaftlicher Ebene eine neue Stufe erreicht: Mit dem amerikanischen Rechtevermarkter IMG wurde ein zehn Jahre laufender Vertrag über die exklusive Vermarktung des Teams abgeschlossen.
Präsident Frank Steffel kündigte heute in Berlin an, das Geld, einen “progessiven Sockelbetrag”, zur gezielten Verstärkung der Mannschaft zu nutzen. In zwei bis drei Jahren sollen die Füchse in der Spitzengruppe der Bundesliga mitspielen und im internationalen Spitzenhandball mitmischen. Matthias Pietza, Geschäftsführer bei IMG, äußerte sich optimistisch: “Der Weg der Füchse fängt erst an.”
Als Neuzugang wurde Jonathan Rivera vorgestellt. Der Spanier spielte bereits in der Saison 2004/05 in Berlin. Der rechte Rückraumspieler soll Mark Bult unterstützen und die Abwehr stärken. “Es ist schön, dass ich noch einmal die Chance erhalte, in dieser tollen Stadt zu spielen.”, freute sich Rivera über seine Rückkehr. “Ich hatte damals eine schöne Zeit in Berlin und hoffe, dass wir gemeinsam unsere Ziele in der neuen Saison erreichen werden.” Damit sei nach den Transfers von Michał Kubisztal, Bartłomiej Jaszka und Christian Caillat bereits im Dezember die Planung für die neue Saison “eigentlich abgeschlossen”, sagte Manager Bob Hanning, “wenn uns nicht noch ein Linkshänder über den Weg läuft”.
“Passen Sie gut auf die Besucherkarte auf!” warnt der Beamte der Justizvollzugsanstalt Tegel, als wir die Ausweise gegen eine grüne Pappkarte mit Dienstsiegel tauschen. Mauern, die allenfalls Stabhochspringer überwinden könnten, Natodraht, beinahe blickdichte Gitter – die Füchse Berlin absolvierten ein Freundschaftsspiel der besonderen Art: Der Handball-Bundesligist spielte gegen eine Auswahl der JVA Tegel.
Die Füchse gewannen 46:35, doch das Ergebnis war Nebensache. Für die Insassen war das Spiel etwas ganz besonderes: “Das war ein aufregendes Erlebnis”, sagte Wolfgang R., der die Handball-Abteilung in der JVA mit aufgebaut hat. Zweimal in der Woche ist Training, regelmäßig spielt das Team gegen Berliner Vereine. Absoluter Höhepunkt war 1999 ein Freundschaftsspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft um Stefan Kretzschmar.
“Sport hat einen hohen Stellenwert”, erklärte der Sportbeamte Heiko Gardt, “Sport dient als Ventil, die Gefangenen müssen sich in die Mannschaft einfügen, Regeln akzeptieren und auf den Schiri hören.” Rund 1600 Gefangene sitzen in Tegel, einem Hochsicherheitsgefängnis, dem größten Deutschlands. Das Sportangebot umfasst Fußball, Handball, Volleyball, Kraftsport und Tischtennis. Letztere nehmen sogar am Ligabetrieb teil, hier allerdings verkehrt sich das Wort “Heimvorteil” ins Gegenteil.
Die Begegnung gegen die Füchse begann mit einem gemeinsamen Aufwärmen. Als Wolfgang R. vor dem Spiel ein Mannschaftsfoto überreichte, war das nicht mehr ganz aktuell: “Zwei sind schon entlassen worden.” Das Spiel selbst war fair und nahezu körperlos. Die Füchse zeigten ein paar elegante Tricks, die Häftlinge spielten mit einer Mischung aus Ehrgeiz und Respekt.
Nach dem Spiel unterhielten sich Füchse und Gefangene, Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel erklärte Drehwürfe. Jens Vortmann, der Torwart des Bundesligisten, sagte: “Ich hatte ein mulmiges Gefühl beim Anblick des Natodrahtes. Aber es hat Spaß gemacht, ich bin positiv überrascht.” Wolfgang R., der 2010 entlassen wird, will dann draußen weiter Handball spielen. Und noch mal nach Tegel zurückkehren, als Spieler der Auswärtsmannschaft? Wolfgang R. zögerte mit der Antwort: “Ich könnte mir vorstellen, hier zu spielen. Aber ich muss mir Zeit lassen.”
Den Füchsen Berlin gelang fast eine Sensation in der Handball-Bundesliga: Erst mit dem Schlusspfiff entschied der Kieler Viktor Szilagyi das Spiel mit seinem Treffer zum 27:26 (11:13). Erfolgreichster Werfer für die Berliner war Konrad Wilczynski mit 6/1 Toren, beim THW Kiel traf Vid Kavticnik mit 5/2 Toren am häufigsten.
Der THW legte mit einer guten Abwehrleistung los und ging mit 3:0 in Führung. Füchse-Coach Jörn-Uwe Lommel fand seine Mannschaft zu nervös gegen den übermächtigen Gegner, daher nahm er bereits nach 4:43 seine Auszeit. In der siebten Minute erlöste dann Bartlomiej Jaszka die Berliner Fans mit seinem Treffer zum 1:4. Auch wenn die Füchse auf 3:6 herankamen, blieben sie noch zu oft im Block der Kieler hängen. Doch Jaszka kämpfte im Angriff auch für seine Nebenleute und ermöglichte Markus Richwien das 5:7 nach 15 Minuten.
Statt mit einem Linkshänder im rechten Rückraum spielten die Berliner weite Strecken mit zwei Spielmachern. Denn nicht Bult stand auf der Position, sondern Strand, der zudem Torjägerqualitäten hat. In der 20. Minute gelang den Füchsen sogar der 9:9-Ausgleich durch Richwien. Im Tor machte Petr Stochl weiter, wo er am Mittwoch gegen Wilhelmshaven aufgehört hat. Kurz nach dem Ausgleich verbuchte der tschechische Nationaltorhüter bereits seine 10. Parade.
Die Schadensbegrenzung gelang den Füchsen nach der Anfangsnervosität gut. Nicht zuletzt aber auch dadurch, dass der THW sein Leistungspotenzial noch nicht abrufen konnte. Beim amtierenden Meister kam kein rechter Spielfluss auf. In der 28. Minute gelang Mark Bult so der erneute Ausgleich zum 11:11. Aber Nikola Karabatic und Stefan Lövgren stellten noch den 11:13 Halbzeitstand her.
Die zweite Hälfte begann gut für die Gastgeber. Konrad Wilczynski konnte den Abstand auf ein Tor zum 12:13 verkürzen und Stochl parierte einen Strafwurf gegen Lövgren. Kurioserweise war es dann Abwehrakteur Frank Schumann der die 15:14-Führung für die Füchse Berlin herstellen konnte. Fakharany erhöhte gar auf 2 Tore Vorsprung. Die Berliner schienen sich in einen Rausch zu spielen, denn auch Richwien war aus unmöglichem Winkel zum 17:14 erfolgreich. Die Fans im Fuchsbau wussten nicht recht, ob sie diesen Spielstand glauben sollten. Nach dem 18:14 von Mark Bult reagierte dann Noka Serdarusic mit seiner Auszeit. Aber auch im Anschluss gelang es den Kielern nicht, wieder heranzukommen. Im Gegenteil, Kjetil Strand erhöhte auf 22:16.
Die Kieler kämpften sich auf 24:21 heran. Auf der Gegenseite war im Angriff die Luft raus, obwohl die Sensation in der Luft lag. Beim THW ersetzte Mattias Andersson den Stammtorwart Thierry Omeyer und bot starken Rückhalt. In der 57. Minute stand es nur noch 25:24 für Berlin. Viktor Szilagyi konnte zum 25:25 ausgleichen. Der österreichische Nationalspieler setzte die wichtigen Akzente im Kieler Angriff.
Es blieb spannend bis zum Schluss, dem THW gelang der Ausgleich zum 26:26 erst in der letzten Minute. 20 Sekunden vorm Ende war Berlin dann mit diesem Ergebnis in Ballbesitz. Doch Richwien scheiterte am starken Andersson. Konrad Wilczynski erhielt dann 6 Sekunden vor Schluss die rote Karte wegen eines taktischen Fouls. Er hatte versucht, Kim Andersson am Gegenstoß zu hindern. Vergebens: Szilagyi beendet den Krimi dann für die Kieler und sichert die zwei Punkte mit seinem Tor zum 27:26 zeitgleich mit dem Schlusspfiff. Zwei sehr glückliche und ganz wichtige Punkte für den THW und ein tolles Handballfest für die Berliner Handballfans, die die Verlierer wie Sieger feierten.