Frauen-Bundestrainer Armin Emrich hat am Wochenende den Kader für die Olympischen Spiele benannt. Kapitänin Grit Jurack ist mit 30 Jahren und 259 Länderspielen die erfahrenste Handballerin im Team des DHB und wird in Peking zum zweiten Mal nach 1996 im Zeichen der Ringe spielen.
Die so genannte P-Akkreditierung erhielt Torhüterin Katja Schülke. Damit reagierte Emrich auf die Situation, dass die Stammkeeperinnen Clara Woltering und Sabine Englert angeschlagen sind. Woltering kämpft mit den Auswirkungen eines leichten Bandscheibenvorfalls, Englert plagt eine Handverletzung.
Im undankbaren Standby steht Kreisläuferin Kathrin Blacha. “Kathrin ist eine verdiente internationale Spielerin und bereits bei der WM eingesprungen”, erklärte Emrich. “Auch in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele hat sie uns geholfen. Im Notfall wird sie einsatzfähig sein.”
Letzte Tests gegen Angola finden am Samstag in Köln und am Sonntag in Halle/Westfalen statt. Am 1. August fliegt die Mannschaft nach Peking. Dort trifft die WM-Bronzemedaillen-Gewinnerinnen in den Gruppenspielen auf Weltmeister Russland, Schweden, Brasilien, Ungarn und Südkorea. Emrich sagte: “Das ist die schwierigere Gruppe, das sind alles hochkarätige Gegner.”
Der Kader der DHB-Frauen bei den Olympischen Spielen:
Tor: Sabine Englert, Clara Woltering
Linksaußen: Nadine Härdter, Mandy Hering
Rückraum links: Nadine Krause, Laura Steinbach
Rückraum Mitte: Maren Baumbach, Anna Loerper, Nina Wörz
Rückraum rechts: Grit Jurack, Stefanie Melbeck
Rechtsaußen: Sabrina Neukamp
Kreis: Anja Althaus, Anne Müller
P-Akkreditierung: Katja Schülke
Knapper Sieg nach knapper Niederlage: Bei der Olympia-Vorbereitung siegte die deutsche Nationalmannschaft der Frauen am Sonntag in Brixen gegen Frankreich mit 26:25 (12:14). Mit einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit gelang die Korrektur der 29:31-Niederlage vom Vortag. weiterlesen »
Seit Sonntag trainiert die Nationalmannschaft der Frauen in Brixen, um sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Nach dem Grundlagenlehrgang in Tauberbischofsheim rückt nun Handball mehr und mehr in den Fokus. Sportliche Höhepunkte des bis zum 16. Juli dauernden Aufenthaltes sind zwei Länderspiele gegen Frankreich am nächsten Wochenende in Brixen. „Auf dem Weg nach Peking ist bei diesen Tests jede Minute für uns wichtig, um uns konzentriert einzuspielen“, sagt Bundestrainer Armin Emrich.
Die DHB-Frauen bestreiten vor den Olympischen Spielen noch sechs Länderspiele, am 19. und 20. Juli gegen Schweden und am 26. und 27. Juli gegen Angola. Am Sonntag absolvierte das Team nach der Ankunft in Südtirol lediglich eine Kräftigungseinheit mit Gymsticks und ein kurzes Fußballspiel. Das intensive Programm beginnt am Montag. Mit von der Partie ist auch Bundestorwarttrainer Andreas Thiel.
Mit ungewöhnlichen Methoden begannen die deutschen Handballerinnen die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Peking. In Tauberbischofsheim hat Bundestrainer Armin Emrich äußerst kreativ und innovativ mit dem 20 Spielerinnen großen Kader gearbeitet. Neben auf die Bedürfnisse des Handballsports zugeschnittenen Krafttrainingsformen, einer Aerobicstunde und Fahrradeinheiten versuchte sich das Team um Kapitänin Grit Jurack auch in fremden Disziplinen wie Karate und Fechten.
Besonders beliebt bei den Spielerinnen war der Fechtkurs im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim. OSP-Leiter Daniel Strigel, der 2004 in Athen mit der Degenmannschaft Bronze gewann, und die Trainer Joachim Braun und Ulrich Eifler führten die Spielerinnen in die hohe Kunst des Fechtens ein. “Die Tage in Tauberbischofsheim waren für uns sehr wertvoll. Wir haben auf dem Weg zu den Olympischen Spielen eine gute Grundlage geschaffen”, sagte Emrich.
Die Olympia-Vorbereitung geht am 6. Juli in Brixen in Südtirol weiter. Emrich wird auch diese Phase mit 20 Spielerinnen bestreiten. Am 12. und 13. Juli stehen gegen Frankreich, den Weltmeister von 2003, Testspiele auf dem Programm.
Die DHB-Frauen haben Peking im Visier: Das erste Spiel beim Olympia-Qualifikationsturnier in Leipzig gewannen die deutschen Handballerinnen 27:26 (15:13) gegen Schweden. Es war ein packender Fight, den sich beide Teams lieferten. Die Schwedinnen präsentierten sich als kompaktes und deckungsstarkes Team, Favorit Deutschland dagegen zeigte in Angriff und Abwehr viele Fehler, so dass die Partie bis zum Schluss spannend blieb.
Bundestrainer Armin Emrich zeigte sich nach dem Spiel erleichtert: “Wenn wir diesen Gegner auch nur einen Hauch unterschätzt hätten, wäre das schief gegangen. Es war klar, dass dies ein ganz schweres Spiel wird. Es war ganz sicher das wichtigste Spiel, denn der Einstieg in ein solches Turnier ist immer entscheidend, um in den Spielrhythmus zu kommen. Schweden hat einen starken konzeptionellen Angriff und auch eine starke 6:0-Abwehr.”
“Es lief zwar nicht alles rund, aber dieser Auftaktsieg war sehr wichtig, vor allem für die Psyche. Doch es sind noch zwei Partien zu spielen, und wir müssen weiter hoch konzentriert sein”, sagte Kapitänin Grit Jurack. Gemeinsam mit Maren Baumbach war Jurack, die von den Schwedinnen kurz gedeckt wurde, mit sieben Toren beste Werferin des deutschen Teams. Im zweiten Spiel des Tages siegte Kroatien 31:25 (18:15) gegen Kuba.
Morgen startet das Olympia-Qualifikationsturnier in Leipzig. Die DHB-Frauen treffen auf Schweden (Freitag, 19.30 Uhr), Kroatien (Samstag, 15.40 Uhr) und Kuba (Sonntag, 15.10 Uhr), die Siegerinnen und die Zweiten fahren nach Peking.
“Leipzig ist für die Olympia-Qualifikation der richtige Ort zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Mannschaft“, äußerte sich Bundestrainer Armin Emrich optimistisch, warnt aber auch: “Es wäre verheerend zu glauben, das Turnier würde zum Selbstläufer. Alle teilnehmenden Teams haben ihre Qualitäten. Zwar wollen wir unsere Leistungen nicht unter den Scheffel stellen, aber die Tagesformen werden entscheidend sein.”
Einer der Stars der Deutschen ist die Kapitänin Grit Jurack, im vergangenen Jahr schon zum vierten Mal zur Handballerin des Jahres gekürt. Die 30-Jährige, die seit 2004 beim dänischen Spitzenklub Viborg HK spielt, kehrt in ihre Geburtsstadt zurück, dort sind bereits 11.000 Tickets verkauft: “Ich kenne Leipzig als Sportstadt und als Frauenhandball-verrückte Stadt – ich freue mich darauf, dass richtig viele Fans kommen werden.”
Bei zwei Siegen gegen Polen zu Wochenbeginn zeigten sich die DHB-Frauen gut eingespielt. Jurack ist nicht nur deswegen zuversichtlich: “Wir haben uns mit Videoanalysen vorbereitet und sehen uns auch das Spiel Kuba gegen Kroatien an.” Ihre Motivation ist riesig: “Die Olympischen Spiele sind für jeden Sportler das absolut Höchste, was er erreichen kann. Da gehen Träume und Wünsche in Erfüllung.”