Heute kämpft der THW beim spanischen Klub Ciudad Real um die Trophäe in der Champions League. Ein ganz Großer seines Sports verlässt dort die internationale Bühne: Stefan Lövgren. Seit zehn Jahren spielt der 38-Jährige für die Zebras, ist zum Kopf und Herz des Teams geworden. “Vielleicht war ich nicht das große Talent. Bei mir liegt es mehr an Wille und Trainingsfleiß”, nannte er im “Handball Magazin” das Geheimnis seines Erfolges.
“Die Knochen tun weh. Dann höre ich lieber jetzt auf, da ich das selbst entscheiden kann”, begründete Lövgren sein Ende auf dem Parkett. Er war Spielmacher und Kapitän des THW Kiel, setzte die taktischen Anweisungen des Trainers um, bestimmte das Tempo, war der wichtigste Spieler im Klub: “Als Kapitän und Mittelmann geht es in Gesprächen mit den Trainern auch um das Leben drumherum.”
Lövgrens Titelsammlung ist beeindruckend: Sieben deutsche Meisterschaften hat Lövgren gewonnen, viermal den DHB-Pokal, bisher einmal die Champions League, zweimal den EHF-Pokal, dazu fünf schwedische Meisterschaften mit Redbergslid Göteborg, zudem vier EM-Titel, zwei olympische Silber-Medaillen und einmal die Weltmeisterschaft mit dem schwedischen Nationalteam.
Nach dem 39:34 im Hinspiel gegen Ciudad Real stehen die Chancen recht gut, dass Lövgren heute sein zweiter Champions-League-Triumph gelingt. Im Sommer kehrt er zurück nach Schweden. Trainer zu werden kann sich Lövgren im Moment nicht vorstellen. “Ich war elf Jahre Profi in Deutschland, vorher in Schweden. Jeden Abend Training, jedes Wochenende ein Spiel – ich möchte wissen, wie das ist, mit der Familie ein normales Leben zu führen, und ob mir dann etwas fehlt.” Dem Handball bleibt er indes verbunden, Lövgren wird Handballlehrer an einer Schule.