Die deutschen Handballerinnen ziehen bei der EM in Mazedonien vorzeitig ins Halbfinale ein. Zum Hauptrundenauftakt setzte sich die Truppe von Bundestrainer Armin Emrich gestern gegen Schweden souverän mit 33:22 (15:11) durch. Mit dem Sieg gelang den DHB-Damen die direkte Revanche für die Vorrunden-Niederlage gegen den Olympia-Siebten von Peking. Die mit zehn Toren beste Werferin, Grit Jurack, will nun ins Finale von Skopje.
„Keine von uns hat jemals ein Finale bei einem großen Turnier gespielt. Das ist mein Traum, und den wollen wir nun auch realisieren“, meinte Grit Jurack nach der Rekordleistung der DHB-Frauen. Seit Einführung der Handball-Europameisterschaften 1994 hatte sich noch nie ein Team bereits nach dem ersten Hauptrunden-Spieltag für ein Halbfinale qualifizieren können.
Durch den verletzungsbedingten Ausfall der früheren Welthandballerin Nadine Krause trägt die Linkshänderin noch mehr Verantwortung im Team. Beim morgigen Zwischenrunden-Spiel gegen Weißrussland läuft Jurack zum 281. Mal für den DHB auf. Und in der Hauptrunden-Abschluss-Partie, am Donnerstag gegen Russland, wird sie den Rekord der ewigen Länderspiel-Bestenliste von Petra Uhlig einstellen.
Für den Coach ist die DHB-Rekord-Torschützin Jurack (1487 Tore) die unumstrittene Führungsspielerin auf dem Spielfeld, aber auch außerhalb. Zwischen Armin Emrich und der Spielerin vom dänischen Spitzenclubs Viborg HK existiert laut dem Trainer ein blindes Verständnis.