Handball News

Alles zur Handball Bundesliga und zur Nationalmannschaft
 


Lagebesprechung flickr©desdetasmania

Kurz vor dem Ende der Zwischengruppenphase der Handball Champions League besitzen drei deutsche Teams noch die Möglichkeit ins Halbfinale einzuziehen. Der VfL Gummersbach, der HSV Hamburg und der THW Kiel können sich noch Hoffnungen machen.

Die beste Ausgangsposition hat Titelverteidiger THW Kiel, der schon vergangenen Donnerstag gegen den russischen Meister Chehovski Medvedi Chekov auswärts gewonnen hatte. Mit 6:2 Punkten liegen die Zebras vor Ademar Leon, die dem THW die erste Niederlage in der Königsklasse seit elf Monaten zugefügt hatten. In die Karten der Kieler spielte dabei der Sieg des bisherigen Tabellenletzten US Ivry gegen Ademar Leon. Sollte der THW am Mittwoch gegen US Ivry gewinnen und könnten als Gruppenerster ins Halbfinale einziehen.

Durch die Niederlage von Cuidad Real sind die Chancen auf einen Halbfinaleinzug des VfL Gummersbach erheblich gestiegen. Während Cuidad Real bei Montpellier verlor, konnten die Gummersbacher das Duell gegen den slowenischen Vertreter Gorenje Velenje mit 29:21 für sich entscheiden. In der Gruppe 2 liegen die Gummersbacher nun mit 4:4 Punkten auf Platz 2 der Tabelle knapp hinter Cuidad Real mit 6:2 Punkten. Am 16. März treffen beide Mannschaften aufeinander und Gummersbach hat die Chance, die Gruppenführung zu übernehmen.

Ebenfalls noch alle Optionen besitzt der HSV Hamburg, der gegen RK Croatia Zagreb knapp mit 26:27 verlor. Die Hanseaten liegen nun einen Punkt hinter den Kroaten, konnten aber das direkte Duell dank des 32:29-Erfolges im Hinspiel für sich entscheiden. Vielleicht können sie auf Schützenhilfe des HSG Flensburg hoffen, die mit dem Unentschieden gegen Portland San Antonio alle Chancen auf ein Weiterkommen in dieser Gruppe verspielt haben.

Möglicherweise gelingt es den drei Mannschaften noch in das Halbfinale einzuziehen, womit die Bundesliga wieder den Nachweis erbracht hätte, die stärkste Liga der Welt zu sein.


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Velimir Kljaic ist nicht mehr Trainer beim TuS N-Lübbecke. Einen Tag nach der 24:30- Heimniederlage gegen die HSG Wetzlar erklärte der 62-jährige seinen Rücktritt. Ausschlaggebend für diesen Schritt ist das nach seiner Ansicht gestörte Vertrauensverhältnis zur Mannschaft, die der ehemalige Olympiasieger zuletzt immer schlechter erreichen konnte.

Der Kroate will durch die Demission der Mannschaft neues Leben einhauchen, damit der Klassenerhalt doch noch geschafft werden kann. „Wir bedanken uns bei Velimir Kljaic für die geleistete Arbeit und wünschen ihm alles Gute“, sagte Geschäftsführer Uwe Kölling in branchenüblicher Tonlage. Die Trainingseinheiten werden vorübergehend von Teammanager Zlatko Feric geleitet.

Velimir Kljaic übernahm im März 2007 das Traineramt beim TuS N-Lübbecke von Jens Pfänder und schaffte in der vergangenen Saison in der Relegation den Klassenerhalt mit den Rot-Schwarzen.


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Handball-Bundesliga

Im Absteigskampf siegte der TUSEM Essen 30:28 gegen den Wilhelmshavener HV. Mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel unter Neu-Trainer Krzysztof Szargiej verließen die Essener erstmals seit Oktober vergangenen Jahres den letzten Tabellenplatz der Handball-Bundesliga und reichten die rote Laterne an den TuS N-Lübbecke weiter. Die Wilhelmshavener, die noch am vergangenen Mittwoch mit 23:19 gegen den TuS N-Lübbecke den ersten Sieg unter Trainer Klaus-Dieter Petersen erzielten, bleiben mit nur einem Punkt Vorsprung auf dem 15. Tabellenplatz, danach folgen Minden, Essen und Lübbecke mit jeweils elf Punkten.

Im Kampf um den vierten Tabellenplatz, der im Falle eines deutschen Erfolgs in der Königsklasse zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, kann sich die HSG Nordhorn weiter auf ihre Heimstärke verlassen. Im gestrigen Heimspiel gegen den TV Großwallstadt gewannen die Grafschafter mit 31:27 (13:14) und zementierten mit dem zehnten Erfolg im elften Spiel vor eigener Kulisse ihre Ambitionen in dieser Saison.


Mit einem 33:30-Auswärtssieg bei HBW Balingen-Weilstetten gelang es den Gummersbachern, den Kontakt zur Spitze zu halten. Die Balinger konnten in diesem Match lange mithalten und mussten sich erst in der Schlussphase dem Favoriten geschlagen geben. Mit acht Treffern war Roman Pungartnik bester Werfer der Gäste aus der kleinen Handballmetropole.

Der MT Melsungen gewann überraschend bei Frisch Auf Göppingen 34:30 und liegt mit 19 Punkten im sicheren Mittelfeld. Für die Göppinger dagegen ist die angestrebte Europacup-Qualifikation kaum mehr realistisch.

Die HSG Wetzlar gewann deutlich mit 30:24 beim TuS N-Lübbecke und dürfte mit 19 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Die unterlegenen Ostwestfalen hingegen rutschten auf den letzten Tabellenplatz ab.

In den drei Spielen am Sonntag musste sich der TBV Lemgo den Rhein-Neckar Löwen mit 25:29 (10:16) geschlagen geben, der HSV Hamburg besiegte TSV GWD Minden mit 27:22 (13:13) und Aufsteiger Füchse Berlin gelang ein unerwarteter 33:31 (16:15)-Erfolg gegen den SC Magdeburg.


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Jörn-Uwe Lommel, Trainer der Füchse Berlin, war nach dem 33:31 (16:15) über den SC Magdeburg geradezu ergriffen: “Das war der Höhepunkt unserer gemeinsamen Arbeit. Ich bin mächtig stolz. Das war das beste Saisonspiel, und das vor ausverkauftem Haus.” 9413 Zuschauer sahen in der Max-Schmeling-Halle eine ungemein spannende Partie, die hin und her wogte. “Wir hatten ein Quäntchen mehr Glück und waren ein Quäntchen entschlossener”, konstatierte Lommel. Mit nun 17:31 Punkten dürfte der Klassenerhalt schon so gut wie sicher sein. “Mit unserem Publikum sind wir sehr zuversichtlich”, sagte Füchse-Manager Bob Hanning, “wenn wir weiter die Heimspiele gewinnen, können wir mit Spaß nach Hamburg und Flensburg fahren.”

Dabei fing es nicht gut an für die Füchse, nach fünf Minuten stand es 1:4. Doch langsam kämpften sich die Berliner ins Spiel, den Ausgleich zum 6:6 erzielte der gebürtige Magdeburger Markus Richwien, der nach seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft noch effektiver spielt, dabei auch von der aufsteigenden Form von Mark Bult profitiert. Es ging eng zu in der ersten Hälfte, anfangs glänzte Damian Kabengele im Rückraum des Champions-League-Siegers von 2002, die Füchse trafen vor allem über die Außen Richwien und Konrad Wilczynski. Letzterer war es auch, der in Unterzahl per Siebenmeter die Füchse kurz vor der Pause erstmals in Führung brachte (16:15). Eine gute Partie zeigte der zweite Berliner Torwart Jens Wortmann, der früh für den anfangs etwas indisponierten Petr Stochl eingewechselt wurde.
In der zweiten Hälfte konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Die wohl spielentscheidene Szene ereignete sich in der 56. Minute, als die Magdeburger beim Stand von 30:29 einen Siebenmeter bekamen, wie üblich im “Fuchsbau” zur Melodie von “Spiel mir das Lied vom Tod”. Davor hatte Christian Sprenger alle sechs Strafwürfe verwandelt, doch den siebten parierte Stochl in krakenarmartiger Manier. Es war dann wieder am überragenden Wilczynski, acht Sekunden vor Schluss das entscheidende 33:31 zu werfen. Der Österreicher verwandelte sechs Siebenmeter und warf sechs Feldtore. Beste Magdeburger Schützen waren Alexandros Vasilakis (9) und Sprenger (8/6).

“Beide Mannschaften sind inzwischen auf Augenhöhe”, sagte SCM-Sportdirektor Stefan Kretzschmar. “Das ist keine Heuchelei.” Mit den Zugängen Michal Kubisztal und Bartlomiej Jaszka aus Polen sowie Christian Caillat aus Frankreich haben sich die Füchse im Winter enorm verbessert, während Magdeburg die Wechsel der polnischen Nationalspieler Karol Bielecki und Grzegorz Tkaczyk zu den Rhein-Neckar Löwen verkraften musste. Kretzschmar zeigte sich beeindruckt: “Die Euphorie des Publikums war grandios. Berlin ist in der Handball-Bundesliga angekommen.”


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Der HSV Hamburg verlor bei den Rhein-Neckar Löwen sein erstes Auswärtsspiel der laufenden Saison. In der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften SAP-Arena unterlagen die Hamburger mit 33:40 (17:21). Weder Johannes Bitter noch Per Sandström konnten im Hamburger Tor die Schotten dicht machen. Torsten Jansen, bester Hamburger Werfer (9/4), konnte sich nicht darin erinnern, jemals 40 Treffer mit dem HSV klassiert zu haben. Trainer Martin Schwalb sagte nach dem Spiel: “Wir haben in der Abwehr keine Stabilität gefunden, und das ist auch der Grund, warum wir verloren haben. Sehr zufrieden bin ich allerdings mit unserem heutigen Angriffsspiel. Wir spielen eine sehr stabile Saison und sind trotz dieser Niederlage eine Spitzenmannschaft. Weiter geht’s!“

Torsten Jansen © flickr / querpass_bilder

Bereits am Dienstag und Mittwoch gewannen Nordhorn (30:24 in Melsungen), Flensburg (38:22 gegen Essen) und Gummersbach (34:23 gegen Lübbecke) ihre Partien, der THW Kiel zog am Donnerstag mit einem Erfolg in Minden nach.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Abstiegskampfes. Ganz wichtig war der Erfolg für den zuletzt gen Abstiegszone trudelnden TV Großwallstadt gegen die Füchse aus Berlin (27:26). Vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand konnte sich wenigstens der Berliner Markus Richwien für seine Nationalmannschafts-Einladung mit einer guten Leistung bedanken.

Der HBW Balingen/Weilstetten entführte souverän die Punkte beim 28:23-Erfolg beim Tabellenvorletzten Wilhelmshavener HV. Das Team von Trainer Rolf Brack kommt auf eine Bilanz von 8:6-Punkten aus den vergangenen sieben Spielen und darf sich damit berechtigte Hoffnungen auf ein weiteres Jahr Bundesliga machen. Schwer hingegen werden die Zeiten für Klaus-Dieter Petersen und seinen WHV. Die Heimniederlage war bereits die sechste Pleite in Folge. Allein der TUSEM aus Essen hat mit neun Punkten noch einen Zähler weniger auf dem Konto.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt gelang der HSG Wetzlar, die vor heimischer Kulisse den Gegner aus Göppingen knapp, aber verdient mit 26:25 (13:12) bezwang. Dabei führten die Mittelhessen drei Minuten vor dem Ende bereits mit 26:22, machten es aber vor 3.500 Besuchern noch einmal spannend.

Die Partie SC Magdeburg gegen den TBV Lemgo wurde auf den 28. März (Anwurf 20:15 Uhr) verlegt.


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Nur vier Spieler aus dem Kader der Europameisterschaft im vergangenen Monat in Norwegen stehen im Aufgebot für das Länderspiel am 27. Februar in St. Gallen gegen die Schweiz, das Bundestrainer Heiner Brand gestern berufen hat. Traditionell fehlen die Akteure aus den Vereinen, die in der Champions League aktiv sind, also HSV Hamburg, SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel und der VfL Gummersbach. Außerdem spielen am gleichen Tag Lemgo und Großwallstadt in der Bundesliga. „Das ist für einige Spieler die letzte Chance, sich für die Olympischen Spiele zu empfehlen. Für Peking möchte ich auf der einen oder anderen Position Konkurrenz-Situationen schaffen. Die beiden Besten sollen sich später dann herausbilden“, sagte Bundestrainer Heiner Brand.


Neben den Arrivierten wie Henning Fritz, Holger Glandorf, Andrej Klimovets und Frank von Behren bilden acht Spieler aus den beiden letzten Junioren-Nationalmannschaften das Gros des Aufgebots. Die Teams von DHB-Trainer Martin Heuberger schafften es, sowohl im Jahr 2004 als auch 2006 den EM-Titel zu erringen. Dabei stehen die beiden Linkshänder Markus Richwien (Füchse Berlin) und Steffen Weinhold (HSG Nordhorn) vor ihren Debüts im Team.

Das deutsche Aufgebot:

Henning Fritz (Rhein-Neckar Löwen, 225/-), Silvio Heinevetter (SC Magdeburg, 4/-); Michael Allendorf (HSG Wetzlar, 1/2), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen, 12/29), Frank von Behren (GWD Minden, 163/353), Steffen Kneer (HBW Balingen-Weilstetten, 1/1), Arne Niemeyer (GWD Minden, 12/15), Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten, 7/14), Timo Salzer (HSG Wetzlar, 1/1), Holger Glandorf (HSG Nordhorn, 78/252), Steffen Weinhold (HSG Nordhorn, -/-), Christian Sprenger (SC Magdeburg, 32/65), Markus Richwien (Füchse Berlin, -/-), Andrej Klimovets (Rhein-Neckar Löwen, 57/146), Christoph Theuerkauf (SC Magdeburg, 9/18)

Quelle: Deutscher Handballbund


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Handball © flickr / alex.ch

Am vergangenen Wochenende waren die Vertreter der Handball-Bundesliga auch international wieder im Einsatz. Der THW Kiel möchte natürlich seinen Titel in der Champions League verteidigen, aber auch der HSV Hamburg und Flensburg Handewitt streben nach der europäischen Krone.

Natürlich ging der THW Kiel in altbewährter Methode voran und zeigte dem französischen Meister US Ivry seine Grenzen auf. In fremder Halle gewann der THW klar mit 39:25 und setzte sich gleich an die Spitze seiner Gruppe. Beste Werfer auf Seiten der Kieler waren Filip Jicha mit zehn Treffern und Nicola Karabatic mit acht Treffern. Schon in der nächsten Partie kann der THW Kiel schon für eine kleine Vorentscheidung in der Gruppe 1 sorgen, wenn er auf den russischen Vertreter aus Moskau trifft.

Ganz anders ergeht es den anderen beiden Vertretern in der Champions League. Der HSV Hamburg und Flensburg Handewitt wurden zusammen in die Todesgruppe gewählt. Dort treffen sie Portland San Antonio aus Spanien sowie Zagreb aus Kroatien. Am ersten Spieltag trennten sich die beiden deutschen Vertreter mit 33:33, wobei Flensburg zwischenzeitlich schon mit 30:24 geführt hatte und das Spiel in den letzten Minuten noch aus den Händen gab. Positiv aus deutscher Sicht war die Niederlage von Portland, die als großer Konkurrent in dieser Gruppe angesehen werden. Die Spanier gewannen 2001 die Champions League sowie 2000 und 2004 den Europapokal der Pokalsieger.

Eben diesen möchte der SC Magdeburg verteidigen und legte in der gestrigen Partie gegen norwegischen Vertreter Drammen HK die Grundlage hierfür. Die Magdeburger siegten am Ende vor 2088 Zuschauern mit 31:25. Ein Wörtchen um Titel möchten hier auch die Rhein-Neckar-Löwen mitsprechen. Der aktuelle deutsche Pokalsieger besiegte die schwedischen Pokalsieger Hammarby IF mit 36:26.

Völlig von der Rolle scheint der TBV Lemgo zu sein. Nach Niederlagen in der Bundesliga folgte auch die Hinspiel-Niederlageim EHF-Pokal gegen Rk Cimos Koper aus Slowenien. Neu-Trainer Baur verlor mit seinen Mannen 29:34. Erfolgreich hingegen war die HSG Nordhorn, die den russischen Vertreter SKIF Krasnodar mit 35:25 aus der Halle fegte.

Die internationalen Ergebnisse zeigen, dass die Bundesliga zu den stärksten der Welt zählt und diesen Anspruch auch mit guten Ergebnissen untermauert.


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Füchse Berlin

Fünf gegen zwei ist eigentlich eine beliebte Übung beim Fußballtraining, doch beim Bundesligaspiel Füchse Berlin gegen MT Melsungen kämpften in der 39. Minute fünf Berliner Feldspieler gegen zwei der Gäste aus Hessen. Einige Spieler hatten ihre Nerven nicht im Griff und mussten für zwei Minuten vom Feld, schließlich kassierte auch noch der reklamierende Melsunger Trainer Robert Hedin eine Zeitstrafe, die einer seiner Spieler absitzen musste. In dieser Phase zogen die Berliner auf 27:19 davon. “Die Berliner haben verdient gewonnen”, bilanzierte Hedin. “Wir haben das Spiel schon in der ersten Hälfte verloren. Tore haben wir geworfen, wie wir wollten, die Partie ging in der Abwehr verloren.”

MT Melsungen

Eine treffende Analyse, denn auch die Berliner trafen, wie sie wollten. “Wir sind eine Angriffsmannschaft geworden”, sagte Trainer Jörn-Uwe Lommel, ein Satz, der zu Saisonbeginn geradezu utopisch schien. “Alle Rückraumspieler sind individuell stark und wurfgewaltig.” Überragend spielte Kjetil Strand, der das Berliner Spiel schnell machte, raffinierte Vorlagen gab und sieben Tore warf. Auch Konrad Wilczynski traf siebenmal und führt nun die Torjägerliste der Bundesliga mit 136 Treffern an. Die Siebenmeter (7/6) des Österreichers sind spektakulär: Wahlweise zirkelt, legt, eiert, dreht oder donnert er die Bälle ins Tor.


Die Berliner begannen furios und lagen schnell mit 9:3 in Führung. Nach einer Auszeit spielten die Gäste, angetrieben vom manchmal übereifrigen serbischen Regisseur Vladica Stojanovic, konzentrierter, vor allem Daniel Valo (6) und Savas Karipidis (10/6) hielten ihr Team in Schlagdistanz. Zur Halbzeit führten die Füchse 20:16, und das mit einer beeindruckenden Bilanz: Gleich neun Spieler trafen ins Melsunger Tor. In der zweiten Hälfte zogen die Berliner mit acht Toren Vorsprung davon, Melsungen kämpfte sich noch auf vier Treffer heran, aber da auch der Aufsteiger weiter nach Belieben traf, mussten die Hessen die Fuchsjagd abblasen.

Mit dem 3. Heimsieg in Folge vor 6243 Zuschauern kletterten die Berliner auf den 13. Platz. Lommel warnte dennoch: “Der Abstiegskampf hat gerade angefangen. Aber solange wir die Heimspiele gewinnen, müssen wir uns keine Gedanken machen.” Füchse-Manager Bob Hanning konnte gestern noch die Verlängerung mit dem Berliner Eigengewächs Sascha Detlof um ein weiteres Jahr bekannt gegeben. “Ihr könnt holen, wen ihr wollt”, zitierte ihn Hanning, “spätestens nach drei Spieltagen spiele ich sowieso wieder in der Abwehr.”


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Das Haar sitzt: Mimi Kraus © wikidedia

Die Sportbild enthüllt heute, warum Bundestrainer Heiner Brand nach der EM in Norwegen den Lemgoern Michael Kraus, Lars Kaufmann und Rolf Hermann eine Denkpause verordnet hat. Bei Hermann missfiel Brand vor allem das mangelnde Engagement im Spiel um die Bronze-Medaille: “Wenn ich gegen einen Weltklassespieler stehe, muss ich besonderes Engagement entgegensetzen. Und diesen Willen habe ich bei ihm nicht gesehen.”

Unsicherheitsfaktor Lars Kaufmann © wikidediaKaufmann hingegen sei spielerisch ohnehin nicht der sicherste, sagte Brand zur Leistung des Rückraumspielers. Mimi Kraus, der Shooting-Star im deutschen Weltmeisterteam 2007, ist Brand häufig zu sehr abgelenkt: “Er kommt mal zu spät zur Besprechung, mal verschläft er einen Termin. Eigentlich Kleinigkeiten, die darauf hinweisen, dass er sich nicht immer konzentriert.” Vor der Begegnung mit Rumänien im September soll der ehemalige “Bravo-Boy des Jahres” eine Besprechung verpasst haben, weil er beim Friseur war. Kraus gelobt Besserung: “Mir bleibt jetzt nichts anderes, als mich auf Handball zu konzentrieren und Vollgas zu geben.”


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Zur Halbzeit sah es heute nach einem lockeren Sieg des THW Kiel aus, der Tabellenführer lag mit 21:13 vorn. In der zweiten Hälfte baute der THW die Führung sogar auf 10 Tore aus, doch dann wurde es richtig eng. Mannheim warf acht Tore hintereinander, bis auf zwei Treffer kamen sie in der 51. Minute heran, eh sich die Kieler wieder berappelten und davonzogen.

Christian Schwarzer, Routinier der Löwen, sagte nach dem Spiel: “Wenn man gesehen hat, welches Potenzial wir haben, wäre mehr drin gewesen.” Beste Werfer waren beim THW der Handballer des Jahres, Nikola Karabatic (9), und Kim Andersson (7), je fünfmal trafen die Löwen Schwarzer, Karol Bielecki und David Szlezak.


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