Die temperamentvollen Fans erwarten den Titel von ihren Superstars: Gastgeber Kroatien zählt zu den ganz heißen WM-Favoriten. Kapitän und Spielmacher Ivano Balic ist nach einem Bandscheibenvorfall rechtzeitig zur WM wieder fit und verkündete pathetisch: “Es ist bestens bekannt, wie gerne wir für unser Land spielen. Und das immer bis zum letzten Atemzug mit ganzem Herzen.” Alles andere als eine Medaille wäre eine Riesenenttäuschung.
1996 gewannen die Handballer bei den Olympischen Spielen in Atlanta das erste Mannschaftsgold für Kraotien, seitdem werden die Stars geradezu kultisch verehrt. Seit 2003 verpasste das Team von Trainer Lino Cervar nur bei der WM in Deutschland 2007 den Einzug ins Halbfinale, wurde 2003 Weltmeister und 2004 Olympiasieger.
Um sich optimal auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, kehrten die Superstars Balic, Welthandballer 2003 und 2006, Igor Voir und Niksa Kaleb aus der spanischen Liga zurück in die Heimat. Bei RK Croatia Zagreb werden sie von Cervar trainiert, dem Vater des kroatischen Höhenflugs, der martialische Worte fand: “Wir müssen auf dem Spielfeld sterben, weil das unsere Hauptwaffe ist.”
Der HSV-Spieler Blazenko Lackovic erklärte im “Hamburger Abendblatt”, warum Kroatien mit nur fünf Millionen Einwohnern eine so erfolgreiche Sportnation ist: “Sport stand in allen sozialistischen Ländern hoch in der Gunst der Partei und der Bevölkerung. Die Wertschätzung für den Sport hat den Systemwechsel überlebt. Die sitzt tief im nationalen Bewusstsein. Der Sport bietet auch heute noch vielen die große Chance, den sozialen Aufstieg zu schaffen.”
Heute eröffnet Kroatien die WM mit dem Spiel gegen Südkorea um 20:30 Uhr.