Getrübte Stimmung im Trainingslager der HSG Nordhorn im schwedischen Halmstadt: Seit zwei Monaten zahlt der Handball-Bundesligist keine Gehälter mehr für Spieler und Trainer, wegen eines säumigen Sponsors klafft ein gewaltiges Loch im Etat.
Nach einem Bericht des NDR warten die Spieler derzeit anscheinend auf zwei Monatsgehälter. “Die HSG benötigt einen Retter und ich hoffe, dass er in den nächsten Tagen, Wochen gefunden wird”, sagte Club-Manager Bernd Rigterink im Gespräch mit dem Sportclub des NDR Fernsehens und bestätigte damit, dass der Bundesligist dringend Hilfe braucht. Schuld an der Misere ist offenbar ein löchriges Sponsorennetz.
Gelassen gab sich hingegen Coach Ola Lindgren: “Ich bin gewöhnt an diese Situation. Jeder Verein muss finanziell kämpfen. Und wenn dann ein paar Sponsoren abspringen, hat man Probleme. Aber wir werden das in den Griff bekommen und guten Handball spielen.”
Erstes Indiz der finanziellen Misere hätte vielleicht schon der Transfer des tschechischen Stars Jan Filip sein können, der in der Sommerpause überraschend zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte. Im schlimmsten Fall droht der Weggang des nächsten Stars: Holger Glandorf. Der Nationalspieler hatte seinen Vertrag erst im Oktober vergangenen Jahres bis 2010 verlängert und ist mit geschätzten 250.000 Euro zum Spitzenverdiener aufgestiegen. Äußerst erfolgreich, aber auch kostspielig war der Ausflug ins internationale Geschäft, die Grafschafter gewannen in der vergangenen Saison den EHF-Cup.