Die HBL wurde von Fans aufgrund ihrer neuen Bestimmungen scharf kritisiert. Am Dienstag äußerten 28 Fanklubs des HBL ihren Unmut in einem offenen Brief.
Im Schreiben an die HBL kritisieren die Fans besonders das 48-stündige Äußerungsverbot von Spielern und Offiziellen zu den Leistungen der Schiedsrichter. In dieser Bestimmung sehen die aufgebrachten Anhänger der Handball-Bundesliga eine zunehmende Sterilisierung des Sports, der von seinen Emotionen lebt. Die Fanklubs kündigten außerdem an, nicht weiter untätig zusehen zu wollen, wie die Funktionäre in einer buchstäblichen Regelungswut, immer mehr Bestimmungen und Einschränkungen geltend machen, denen die Akteure selbst kaum noch Folge leisten können.
Den Fanklubs ist besonders das Äußerungsverbot zu den Schiedsrichterleistungen ein Dorn im Auge. Man sieht darin eine unangemesse Einschränkung der freien Meinungsäußerung und will diese Regel so nicht akzeptieren, zumal diese damit nicht nur die Kritik an den Unparteiischen ausschließt, sondern streng genommen auch ein Lob der Leistungen nicht zulässt. Dass die Spieler während einer Partie selbst offenen Bewertungen und Einschätzungen ausgesetzt sind und dabei genauso zum Spiel gehören wie die Schiedsrichter, erscheint den Fans grotesk.
Neben dem sogenannten „Maulkorb“ bilden noch 2 weitere Bestimmungen des HBL Kritikpunkte in dem offenen Brief der Fanklubs. Die Regelungen sehen vor, dass das Spielfeld in den ersten fünf Minuten nach Spielschluss nicht betreten werden darf und dass die Hallensprecher nur noch den Namen und die Trikotnummer eines Torschützen, sowie den aktuellen Spielstand nennen dürfen.
Mit der Einschränkung für die Hallensprecher will man vermeiden, dass diese einen zu großen Druck auf das Publikum ausüben und damit Konflikte provozieren könnten, was in der Vergangenheit schon häufiger zu unschönen Szenen geführt hatte. Das Verbot bezüglich des Betretens des Spielfeldes direkt nach Abpfiff ist mit Blick auf die Forderungen der Sponsoren und Fernsehanstalten zu betrachten, welche meistens die ersten Interviews nach dem Spiel führen.
Der Geschäftsführer des HBL Frank Bohmann kündigte einen Diaolog mit den Fans an, verdeutlichte aber gleichzeitig, dass eine Modifizierung oder gar Rücknahme der neuen Regelbestimmungen während der laufenden Saison auszuschließen sei.
Das Aufbegeheren der Fans stellt momentan ein weiteres Problem für die HBL dar, die zur Zeit auch der Absprung ihres wichtigsten Werbepartners TOYOTA droht.
November 18th, 2011 um 10:44
aus meiner Sicht sollten vor allem für Bundesliga Handballtrainer, die zweifelsohne eine Vorbildfunktion tragen, Einschränkungen eingeführt werden. In keiner anderen Sportart führen sich Trainer während des Spieles so auf wie im Handball. Bestes Beispiel Ex-Bundestrainer Heiner Brand mit seiner erhobenen Faust nach dem WM Spiel gegen Norwegen!