Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist als amtierender Weltmeister natürlich einer der Favoriten auf den Titel, aber auch andere Teams haben bei den kontinentalen Wettkämpfen hohe Ambitionen.
Auf einen der Mitfavoriten trifft das deutsche Team schon in der ersten Gruppenphase. Gegen Spanien behielt man zuletzt bei der Weltmeisterschaft mit 27:25 die Oberhand, jedoch waren das Spiel von Härte und Auseinandersetzungen geprägt. Für Deutschland ist es wichtig, die knallharte Defensive der Iberer zu knacken, die im Tor auf ihren Star David Barrufet aufgrund einer Verletzung verzichten müssen. Der Weltmeister von 2005 möchte endlich den Europameisterschaftstitel, nachdem man bisher 1996, 1998 und 2006 im Finale gestanden hatte und regelmäßig gescheitert war.
Bei den Franzosen wird sehr viel von den Bundesliga-Legionären Nikola Karabatic (Kiel), Bertrand Gille (HSV) und Thierry Omeyer (Kiel) abhängen. Können diese drei ihr Leistungspotenzial abrufen, wird es für die Gegner richtig schwer. Thierry Omeyer gilt momentan als bester Torhüter der Welt und bildete schon bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft den Rückhalt der Franzosen. Frankreich scheiterte ebenso wie Spanien an der deutschen Nationalmannschaft. Das Spiel im Halbfinale wird wohl in die Geschichte eingehen, denn nach zweimaliger Verlängerung gewann Deutschland nach hartem Kampf mit 32:31.
Bei Polen verhält sich die Sachlage wieder etwas anders, denn so richtig kann keiner das Team von Bogdan Wenta einschätzen. Bei der Weltmeisterschaft war die Mannschaft bis ins Finale vorgedrungen und hatte dabei in der Vorrunde das deutsche Team geschlagen. Die Spieler der polnischen Nationalmannschaft sind vorwiegend in der Bundesliga zu Hause und kennen den deutschen Spieler aus dem Effeff.
Weiterhin darf man die Mannschaften aus Kroatien, Dänemark und Schweden nicht aus den Augen verlieren. Bei den Kroaten hängt sehr viel von ihrem Star Ivano Balic ab, gelingt es ihn auszuschalten, sind die Chancen zum Gewinnen ungleich höher. Die Dänen scheinen sich mit dem Schicksal dritter Platz in der jüngeren Vergangenheit abgefunden zu haben. Bei der EM 2002, 2004 und 2006 sowie der WM 2007 gewannen die Skandinavier immer das kleine Finale. Jetzt möchten sie im richtigen Finale überzeugen. Nachdem die Schweden die letzten drei großen Turniere verpasst hatten, möchten sie nun bei der Europameisterschaft in Norwegen an die großen Erfolge der 90er Jahre anknüpfen, wo sie 1990 und 1999 Weltmeister und 1994, 1998, 2000 und 2002 Europameister wurden.