Das kleine skandinavische Land befindet sich im Ausnahmezustand, denn endlich ist es den Dänen nach unzähligen dritten Plätzen endgültig gelungen, den Titel bei der Europameisterschaft 2008 in Norwegen zu erringen. Im Finale besiegte Dänemark das Team aus Kroatien deutlich mit 24:20 und kann sich erstmals in der Geschichte des Landes „Europameister“ nennen.
Endlich war auch so etwas wie Stimmung in den Hallen in den Norwegen zu spüren, denn die Dänen hatten noch einmal drei Charterflüge nach Lillehammer für ihre Fans organisiert. Und diese feierte ekstatisch den Sieg ihrer Mannschaft gegen einen ersatzgeschwächten Gegner aus Kroatien, der nach seiner Energieleistung im Halbfinale zu keinem Zeitpunkt an die zuvor gezeigten Spiele anknüpfen konnte. Die Garanten für den Sieg der Dänen waren der Flensburger Lars Christiansen, der schon gegen Deutschland über sich hinaus gewachsen war, der Lemgoer Lasse Boesen und natürlich der Torhüter Kasper Hvidt, der über sich hinaus gewachsen war. Die fehlende Kraft, aber auch die zahlreichen Undiszipliniertheiten verhinderten einen Triumpf der Kroaten – allen voran Trainer Lino Cervar, der nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung der Schiedsrichter kaum noch einzukriegen war und deshalb die Halle verlassen musste. Alles in allem konnten die Dänen während des gesamten Turniers überzeugen und wurden verdient Europameister 2008.
Debakel für Deutschland
Neben der Kraft war vor allem die Moral des deutschen Teams im Halbfinale gebrochen worden. Die Mannschaft von Heiner Brand präsentierte sich kraft- und lustlos. Zahlreiche Verletzte wie Kehrmann oder Zeitz wurden erst gar nicht eingesetzt, die zweite Garnitur war der Power der Franzosen einfach nicht gewachsen. Mit einer der höchsten Niederlagen überhaupt bei einer Europameisterschaft beendete die Nationalmannschaft das Turnier auf dem vierten Platz. Damit hat der Weltmeister durchaus nachgewiesen, auch außerhalb des eigenen Landes ein würdiger Gegner zu sein, aber der Substanzverlust während des Turniers war einfach zu hoch, um den Franzosen noch einmal Paroli bieten zu können. Am Ende stand es 26:36 für die Franzosen und damit war das deutsche Team noch gut bedient. Schade, dass die Mannschaft schließlich ohne eine Medaille nach Hause fährt, aber sie haben sich dennoch sehr gut geschlagen.