In zweieinhalb Monaten fällt der Startschuss zur WM 2009 in Kroatien. Die deutsche Mannschaft ist Titelverteidiger in Zagreb. Bundestrainer Heiner Brand drosselt aber die Erwartungen und sieht seine Truppe nicht in der Favoritenrolle.
“Wir sind nur noch auf dem Papier Weltmeister”, sagte Bundestrainer Heiner Brand in einem Interview mit der “Welt” mit Blick auf die WM im Januar.
In der EM-Qualifikation trug der personelle Umbau in der DHB-Auswahl schon Früchte.
Die ersten beiden Länderspiele gegen Bulgarien (42:11) und Slowenien (27:26) gewannen die Deutschen. Aber bezüglich der WM meinte der Coach: “Wir sind als Sportart darauf angewiesen, bei den großen Turnieren um die Medaillen zu kämpfen. Das könnte zunächst einmal aber nicht der Fall sein”, schraubte der 56-Jährige die Erwartungshaltung zurück.
Sein Team zähle Brand “sicher nicht zu den Favoriten”, aber Hoffnung hat er auf eine Rückkehr der noch verletzten Weltmeister-Akteure von 2007 wie Pascal Hens, Torsten Jansen oder Holger Glandorf, die mit ihrer Erfahrung Dynamik in die Mannschaft bringen sollen. Zu Christian Zeitz, der den Trainer kürzlich hart kritisierte, sagte der 56-Jährige: “Seine Form gibt mir keinen Anlass, über seine Rückkehr nachzudenken.”
Handball-Bundestrainer Armin Emrich hat für die Europameisterschaft vom 2. bis 14. Dezember in Mazedonien 28 Spielerinnen für das erweiterte Aufgebot benannt.
Zur EM in Mazedonien fahren dann nur 16 Spielerinnen. „Das Festlegen dieses 28er- Aufgebotes ist vor allem ein formaler Akt, um mögliche Ausfälle abzusichern. Wir haben das auf den einzelnen Positionen mit bis zu vier Alternativen getan“, meinte Armin Emrich. „Darüber hinaus spiegelt dieser Kreis nicht nur die Kontinuität in unserer Mannschaft, sondern auch neue Perspektiven wider.“
Vor der EM-Endrunde werden die Damen des Deutschen Handballbundes (DHB) noch fünf Testspiele bestreiten. Beim Karpatenpokal in Rumänien vom 21. bis zum 23. November misst sich das deutsche Team mit Gastgeber Rumänien, der Ukraine und Kroatien B. Bei der Generalprobe empfängt Deutschland am 26. und 27. November in Hamm und Münster den Olympia-Fünften Frankreich.
Das erweiterte Aufgebot lautet wie folgt:
Tor: Sabine Englert (Hypo Niederösterreich/149 Länderspiele/2 Tore), Jana Krause (1. FC Nürnberg/9/0), Clara Woltering (Bayer 04 Leverkusen/88/0), Katja Schülke (HC Leipzig/25/0), Natalie Hagel (ProVital Blomberg-Lippe/3/0)
Grit Jurack (Viborg HK/Dänemark/271/1429), Ania Rösler (1. FC Nürnberg/25/30), Anna Loerper (Bayer 04 Leverkusen/88/116), Nadine Krause (FC Kopenhagen/Dänemark/155/641), Susann Müller (HC Leipzig/18/15), Laura Steinbach (Bayer 04 Leverkusen(19/22), Nina Wörz (Randers HK/Dänemark/144/281), Franziska Mietzner (Frankfurter HC, /), Christina Rohde (1. FC Nürnberg/3/4), Kerstin Wohlbold (1. FC Nürnberg/ /), Sabrina Neuendorf (VfL Oldenburg/18/3), Christine Beier (Frankfurter HC/ /), Nadine Härdter (Thüringer HC/130/206), Mandy Hering (Frankfurter HC/52/96), Sabrina Neukamp (ProVital Blomberg-Lippe/80/115), Stefanie Melbeck (KIF Vejen Kolding/Dänemark/ 188/405), Ulrike Stange (HC Leipzig/28/37), Sara Walzik (1. FC Nürnberg/8/11), Natalie Augsburg (HC Leipzig//), Svenja Huber (DJK/MJC Trier/1/2), Anja Althaus (Viborg HK/Dänemark/135/275, Anne Müller (Bayer 04 Leverkusen/94/129), Kathrin Scholl (VfL Oldenburg/ 5/1)
Der Weltmeister von 2007, Markus Baur, macht sich für die Forderung stark, in der Handball-Bundesliga eine Quote für deutsche Handballer einzuführen.
„Es wäre schon gut, wenn fünf, sechs deutsche Spieler in einem Kader stehen müssen. Das würde unserer Nationalmannschaft helfen“, meinte der Trainer des Bundesligisten TBV Lemgo.
„Wir haben Jugend-Europameister oder -Weltmeister. Aber diese Spieler erhalten nicht unmittelbar Gelegenheit, in der Bundesliga zu spielen. Im Alter von 20 oder 21 Jahren haben sich die Talente in anderen Ländern brutal entwickelt, hier aber nicht“, fügte Markus Baur hinzu.
Der Auftakt der umgestalteten Qualifikation für die Europameisterschaft 2010 in Österreich beginnt morgen. Dann läuft erstmals ein neu formiertes deutsches Team beim ersten Gruppenspiel gegen Bulgarien auf, in der sich die Neulinge beweisen müssen.
Für das Auftaktspiel des DHB-Teams am 29. Oktober in Wetzlar gegen die Bulgaren und vier Tage später in Celje gegen Slowenien hat Bundestrainer Heiner Brand die Weltmeister Henning Fritz, Andrej Klimovets (beide Rhein-Neckar Löwen), Christian Zeitz (Kiel) und Florian Kehrmann (Lemgo) nicht verpflichtet.
Verletzungsbedingt werden auch Holger Glandorf (Nordhorn), Torsten Jansen (Hamburg) und der langzeitverletzte Pascal Hens (Hamburg) fehlen. Durchschnittlich ist der neue Kader 25 Jahre alt. „Ich habe mich entschieden, einen Neuaufbau zu machen. Da muss ich den Jungs auch die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln“, so Brand.
Die EM-Qualifikation geht über lange acht Monate mit Hin- und Rückspielen. Weißrussland und Israel sind die weiteren Gegner der DHB-Auswahl in der Gruppe 5. Von sieben Qualifikations-Gruppen kommen nur jeweils zwei Teams in die EM-Endrunde, die vom 19. bis 31. Januar 2010 stattfinden wird. Titelverteidiger Dänemark und Gastgeber Österreich gesetzt.
Am kommenden Mittwoch beginnt die neu geschaffene EM-Qualifikation für die deutsche Handball-Auswahl, der ein unübersichtliches Mammutprogramm bevorsteht.
“Das ist eine ausufernde Entwicklung”, sagte Bundestrainer Heiner Brand zu der terminlichen Überlastung. Die halbe Liga muss im Europacup ran und allein vier Mannschaften spielen in der Champions League. “Wenn von jedem Land ein Teilnehmer wäre und der Titelverteidiger, wäre das die richtige Geschichte. Dann würde man auch wieder durchsehen”, meinte Brand zu dem unübersichtlichen System.
“Der Terminplan ist zu aufgebläht. Da müssen wir etwas reduzieren, vor allem im Interesse der Spieler und der Clubs”, befand auch Frank Bohmann, Geschäftsführer des Bundesliga-Dachverbandes HBL, der die von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) ins Leben gerufene EM-Qualifikation anprangert: “Das ist ein Schritt in die falsche Richtung.”
Die am Mittwoch startende Qualifikation für die EM 2010 in Österreich wurde in ihrer Form vom Fußball übernommen. “Aber dabei wurde vergessen, dass EM und WM im Fußball nur alle vier Jahre stattfinden, im Handball aber alle zwei Jahre”, kritisierte Bohmann weiter.
Nun soll es Konsequenzen seitens der HBL geben. Mit dem neuen Fernsehvertrag von 2009 erhalten die nationalen Belange höhere Priorität, wodurch der Bundesliga-Spielplan zum Maßstab für die internationalen Spiele der deutschen Mannschaften werden soll. Ein Konflikt mit der EHF ist programmiert, aber so kann es nicht weitergehen.
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft wird mit einem stark verjüngten Team in die Qualifikation für die EM 2010 am 29. Oktober starten, in der nur noch sieben Weltmeister vertreten sind.
Bundestrainer Heiner Brand hat gleich vier bisherige Stammkräfte aussortiert. Außerdem werden Holger Glandorf (Nordhorn) wegen einer Knieverletzung und Torsten Jansen (Hamburg) wegen einer Zahn-Operation beim Auftakt am 29. Oktober in Wetzlar gegen Bulgarien nicht vertreten sein. Brand hat desweiteren gleich vier bisherige Stammkräfte aussortiert.
„Vielleicht reicht es für die beiden ja noch für das zweite Spiel“, meinte der Coach zu den Verletzten, die zu einem 28er-Kader gehören, hinsichtlich der Partie am 2. November in Celje gegen Slowenien. Somit werden die Weltmeister Henning Fritz, Andrej Klimovets (beide Rhein-Neckar Löwen), Florian Kehrmann (Lemgo) und Christian Zeitz (Kiel) nicht in der EM-Qualifikation spielen. Der Hamburger Pascal Hens kuriert noch eine bei den Olympischen Spielen erlittenen Fraktur des Schienbeinkopfes aus. Sein Debüt im stark verjüngten Aufgebot wird der Magdeburger Andreas Rojewski geben.
Das Aufgebot:
Tor: Silvio Heinevetter (SC Magdeburg/7 Länderspiele/0 Tore), Johannes Bitter (HSV Hamburg/99/2), Carsten Lichtlein (TBV Lemgo/93/1)
Feld: Stefan Kneer (TV Großwallstadt/2/2), Michael Müller (TV Großwallstadt/4/4), Martin Strobel (TBV Lemgo/13/25), Sebastian Preiß (TBV Lemgo/97/228), Jens Tiedtke (TV Großwallstadt/48/72), Sven-Sören Christophersen (HSG Wetzlar/12/19), Andreas Rojewski (SC Magdeburg/0/0), Michael Kraus (TBV Lemgo/70/207), Michael Spatz (TV Großwallstadt/7/12), Christian Sprenger (SC Magdeburg/39/70), Lars Kaufmann (TBV Lemgo/52/94), Dominik Klein (THW Kiel/75/148), Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen/97/24), Yves Grafenhorst (SC Magdeburg/30/39)
Die deutschen Frauen haben beim World Cup in Århus Platz vier belegt. Im kleinen Finale unterlag Team von Bundestrainer Armin Emrich Frankreich mit 23:29 (10:13). Das Finale gewann Norwegen gegen Gastgeber Dänemark 30:18 (18:10). weiterlesen »
Deutschlands Handballerinnen haben beim World Cup im dänischen Århus Rumänien mit 34:25 (15:15) besiegt und das Halbfinale erreicht. Beste Spielerin war die Torhüterin Sabine Englert. Gegner in der Vorschlussrunde ist Dänemark. Den zweiten Finalisten spielen Norwegen und Frankreich aus. weiterlesen »
Nach dem dreitätigen Lehrgang der deutschen Handball-Nationalmannschaft für die EM-Qualifikation in Kaiserau zeigte sich der Bundestrainer mit seiner ausgewählten Truppe äußerst zufrieden. „Das war ein schöner Neuanfang“, befand der Coach.
Brand hatte vor dem Lehrgang einige Routiniers aussortiert und sein Team verjüngt. „Es war erstaunlich, wie schnell die Spieler Trainingsinhalte umgesetzt haben und wie gut sie sich mit und ohne Ball bewegt haben. Bei jedem einzelnen war eine starke Leistungsbereitschaft zu spüren. Das war ein schöner Neuanfang, der mir viel Spaß bereitet hat“, erläuterte der Gummersbacher.
Demnächst wird der 56-Jährige seinen Kader noch mit einigen Spielern der Champions-League-Teilnehmer verstärken. Dann werden auf die Auswahlspieler die bevorstehenden Aufgaben in der EM-Qualifikation warten. „Die meisten Spieler werden sich beim nächsten Lehrgang wiedersehen. Mit diesem Spielerstamm werden wir weiterarbeiten und auf ihn auch in der Zukunft bauen“, meinte Brand nach dem Lehrgang mit Blick auf die nächste Europameisterschaft.
Als erster Gegner in der EM-Qualifikation empfängt das DHB-Team am 29. Oktober in Wetzlar Bulgarien und am 2. November trifft der amtierende Weltmeister auf Slowenien. „Ich freue mich auf diese Spiele und bin gespannt, wie sich die neuen Spieler da aus der Affäre ziehen werden“, erklärte der Coach abschließend.
Eine Halbzeit spielbestimmend, dann ein Opfer gnadenloser Gegenstöße: Beim World Cup im dänischen Århus erlebten die deutschen Handballerinnen ein turbulentes Spiel. Gegen Norwegen musste das Team von Bundestrainer Armin Emrich trotz überzeugender Phasen am Mittwoch eine klare 26:35 (14:13)-Niederlage hinnehmen. Die Deutschen knüpften phasenweise an ihre gute Leistung gegen Schweden an. Beste Spielerin war Nadine Krause (Foto). weiterlesen »