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THW Kiel ist Deutscher Meister

Autor: Sonja Beckmann
abgelegt in: Handball Bundesliga

Ausgerechnet der norddeutsche Erzrivale SG Flensburg-Handewitt krönt den THW Kiel zum Deutschen Meister. Die Flensburger besiegten Kiels ärgsten Verfolger HSV Hamburg mit 32:28. Somit wurden die Zebras quasi auf dem Sofa Meister, und dass als erstes Team überhaupt zum fünften Mal in Folge. Freilich wird die Party nicht völlig unbeschwert sein, zu gewaltig sind die Schatten, die die Manipulationsvorwürfe über die sportlich herausragende Saison geworfen haben.

THW Kiel / Foto: Toyota-HBL

“Ich freue mich, denn es ist wichtig, dass die Erfolgsgeschichte des THW auch mit mir fortgesetzt wird”, sagte Kiels Coach Alfred Gislason. “In diesem Jahr haben wir auch davon profitiert, dass Flensburg, Lemgo und Hamburg nicht so stark waren”, erklärte Welthandballer Nikola Karabatic die Dominanz in der Bundesliga.

Bereits nach 29 Spielen den Titel zu gewinnen, das gab es in der Geschichte der Bundesliga noch nie. Und die Titeljagd der Kieler geht noch weiter und soll auch im Final Four des DHB-Pokals und in der Champions League fortgesetzt werden.


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Erste Bundesliga-Niederlage für den THW Kiel seit dem 1. Dezember 2007: Der TBV Lemgo besiegte die Zebras mit 34:27 (19:13) und verschob damit die Meisterfeier des THW. Haben sich erstmals die Manipulationsvorwürfe auf die Leistung der Mannschaft ausgewirkt? Dazu kam Verletzungspech: Filip Jicha (Foto) erlitt ein Schleudertrauma.

Filip Jicha, THW Kiel / Foto: Toyota-HBL

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Der THW ist in der Bundesliga das Maß aller Dinge: Zu jedem Heimspiel des designierten Meisters pilgern 10.267 Zuschauer in die frühere Ostseehalle, die seit 2008 Sparkassen-Arena heißt. Auch die Rhein-Neckar Löwen und der HSV Handball locken viele Zuschauer an, mehr als 8000 Fans besuchen die Heimspiele der Spitzenteams.

Zuschauermagnet Handball / Foto: Toyota-HBL

Die Füchse Berlin sind in der Hauptstadt angekommen, der Klub liegt auf Rang vier der Zuschauer-Statistik. “Die großartige Resonanz des letzten Jahres haben wir nochmals übertroffen, das ist grandios. Letzte Saison hatten wir einen Zuschauerschnitt von ca. 6.500 Zuschauern, jetzt sind wir bei fast 8.000″, freute sich Geschäftsführer Bob Hanning.

Die wenigsten Zuschauer empfängt der Aufsteiger Stralsunder HV zu seinen Heimspielen, doch die kleine Vogelsanghalle mit nur 1054 Plätzen ist ein wahrer Hexenkessel. Gegen Spitzenteams weichen die Küstenstädter nach Neubrandenburg aus, wo sie am nächsten Mittwoch die Rhein-Neckar Löwen um den Youngster Uwe Gensheimer begrüßen.

THW Kiel: 10267 Zuschauer im Durchschnitt pro Heimspiel
HSV Hamburg 8946
Rhein-Neckar Löwen 8080
Füchse Berlin 7878
SG Flensburg-Handewitt 6226
Frisch Auf Göppingen 5093
SC Magdeburg 5307
VfL Gummersbach 4698
TBV Lemgo 4855
HSG Wetzlar 3447
TV Großwallstadt 3473
HSG Nordhorn 3138
MT Melsungen 2775
GWD Minden 2621
HBW Balingen-Weilstetten 2475
TSV Dormagen 2626
TUSEM Essen 1761
Stralsunder HV 1260


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Die Rhein-Neckar Löwen haben einen spektakulören Coup gelandet: Die Mannheimer verpflichteten Jackson Richardson, eine Handball-Legende, der in seiner Blütezeit zu den besten und spektakulärsten Spielern der Welt zählte. Die Löwen reagierten damit auf ihre Verletzungsmisere, denn die Rückraumspieler Grzegorz Tkaczyk und Sergiy Shelmenko fallen langfristig aus. Als gestern die Löwen den HSV Hamburg mit 34:33 (17:12) besiegten, kam der Franzose bereits zum Einsatz.

Jackson Richardson / Foto: Wikipedia/Armin Kübelbeck

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Zum 16. Mal in Hamburg und zum 17. Mal insgesamt wird die Pokal-Endrunde in diesem Jahr in Form eines Final-Four-Turniers ausgetragen. Am 9. und 10. Mai spielen der VfL Gummersbach, der HSV Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen und der Pokalverteidiger THW Kiel um den Cup.

Handballfans / Foto: Toyota Handball Bundesliga

So wie Berlin für das Pokalfinale der Fußballer steht, so hat sich die Pokalendrunde der Handballer in der Alstermetropole längst etabliert. Abzulesen ist das daran, dass die Alsterdorfer Sporthalle, die bis zum Jahr 2002 Austragungsort des Final Four war, mit ihrem Fassungsvermögen von rund 4.400 Besuchern einfach zu klein wurde.

Erst mit dem Umzug in die damals gerade neu erbaute Color Line Arena im Jahr 2003 konnte die Liga der stetig wachsenden Kartennachfrage der Fans gerecht werden. Zumindest vorübergehend. Doch mittlerweile reicht selbst das Platzangebot für 12.800 Besucher nicht mehr aus, um alle Interessenten unterzubringen. Die Ticket-Nachfrage überstieg auch beim diesjährigen Final Four bei weitem das Angebot.

Die DHB-Pokalsieger seit 1993:

1993: SG Wallau/Massenheim
1994: SG Wallau/Massenheim
1995: TBV Lemgo
1996: SC Magdeburg
1997: TBV Lemgo
1998: THW Kiel
1999: THW Kiel
2000: THW Kiel
2001: VfL Bad Schwartau
2002: TBV Lemgo
2003: SG Flensburg-Handewitt
2004: SG Flensburg-Handewitt
2005: SG Flensburg-Handewitt
2006: HSV Hamburg
2007: THW Kiel
2008: THW Kiel


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Die Zebras erobern den Fuchsbau: Mit 34:25 (17:9) besiegte der THW Kiel die Füchse Berlin und feierten den 26. Bundesligasieg hintereinander. Hält die Serie an. dan können die Kieler ungeachtet der Ergebnisse der Konkurrenz um den Tabellenzweiten HSV Hamburg schon am 29. Spieltag am 22. April die Meisterschaft perfekt machen.

Christian Zeitz, THW Kiel / Foto: Toyota-HBL

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Der THW Kiel empfängt die Rhein-Neckar Löwen zum brisanten Halbfinal-Hinspiel in der Champions League am 26. April. Ein Erfolgsgarant bei den Löwen ist der gerade mal 22-jährige Uwe Gensheimer. Der Linksaußen ist einer der talentiertesten deutschen Nachswuchsspieler. Ein Porträt.

Uwe Gensheimer/ Foto: Toyota-HBL

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Der THW Kiel feuert Manager Uwe Manager – um die Dimension dieser Aussage zu begreifen, greifen wir zum Vergleich mit dem Fußball. Der THW Kiel ist der FC Barcelona oder das Manchester United des internationalen Handballs, der Verein sammelt Titel, hat mit Nicola Karabatic den besten Handballer der Welt in seinen Reihen und spielt selbst gegen zweitklssige Gegner wie den Stralsunder HV stets in voller Hütte. Und ausgerechnet dieser Verein hat Schiedsrichter bestochen? Titel gekauft?

Nikola Karabatic, THW Kiel/ Foto: HBL

Die Beweise verdichten sich, Schwenker schweigt, deshalb hat der Verein die Reißleine gerissen und den Manager gefeuert. “Man stelle sich vor, der FC Bayern würfe Uli Hoeneß raus”, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Am Dienstag veröffentlichte der THW eine Erklärung: “Im Einvernehmen zwischen den Gesellschaftern und dem Beirat des THW Kiel sowie Uwe Schwenker wird das Anstellungsverhältnis von Herrn Schwenker als Geschäftsführer zum 30.06.2009 beendet. Das Amt als Geschäftsführer wird er mit sofortiger Wirkung niederlegen.” Gegen Schwenker ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Schwenker hat mehrmals alle Vorwürfe zurückgewiesen, schweigt indes auf Anraten seiner Anwälte.

Was bedeutet der Rauswurf für die sportliche Zukunft? Nikola Karabatic war tief zerstritten mit Schwenker und hatte jüngst mehrmals trotz laufenden Vertrages mit einem Wechsel kokettiert, im Gespräch waren die Rhein-Neckar Löwen. Ein neuer Manager müsste zunächst verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Karabatic ist extrem ehrgeizig, und der THW Kiel spielt derzeit überragend, steht unangefochten an der Spitze der Bundesliga und hat das Halbfinale der Champions League erreicht, warum also wechseln?


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Uwe Schwenker / Foto: Wikipedia - KuebiAndreas Rudolph, Präsident des HSV Hamburg, belastet den THW Kiel und vor allem dessen Manager schwer: “Im Juli 2007 habe ich mit Schwenker in meinem Haus auf Mallorca zusammengesessen. Dort hat mir Schwenker gesagt: Andreas, ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass man die Champions League nur mit Schiedsrichter- Bestechung gewinnt.”

Warum er die Geschichte von der Finca erst jetzt erzähle, begründete Rudolph: “Ich habe befürchtet, als Neider dargestellt zu werden.” Zudem hätten allein die Äußerungen Schwenkers nicht gereicht, um sich öffentlich umfassend zu äußern. “Ich gebe zu, dass mein Verhalten nicht das richtige gewesen ist”, gab Rudolph zu, legte jedoch nach: “Solange Uwe Schwenker nicht sagt, warum er diese Worte sagte, zweifele ich nicht an seiner Schuld.”

Schwenker sei bei seinen Äußerungen im Jahr 2007 angetrunken gewesen, ergänzte Rudolph, wie sehr, könne er nicht zu beurteilen. “Nüchtern war er auf keinen Fall”, sagte Rudolph, es seien mehrere Flaschen Wein getrunken worden.

Bereits am Montag gab der Manager des THW Kiel bekannt, dass er einige Ämter ruhen lassen werde: das Amt des Vizepräsidenten der Bundesliga, des Vizepräsidenten der Klubvertretung “Group Club Handball” und das des Vorsitzender des “Marketing Men’s Club Board” beim Europaverband EHF.


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Ola Lindgren / Foto: Wikipedia - KuebiOla Lindgren wird neuer Trainer der Rhein-Neckar Löwen. Der Schwede hat bei den Mannheimern einen Drei-Jahres-Vertrag bis 2012 unterschrieben und wird im Sommer Nachfolger von Wolfgang Schwenke. Zuvor hatten die Löwen den Vertrag mit dem früheren Kieler Erfolgscoach Noka Serdarusic aufgelöst, weil dieser neben Zebra-Manager Uwe Schwenker im Verdacht steht, in die dubiose Bestechungsaffäre um den THW verwickelt zu sein. weiterlesen »


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