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30. Spieltag: Spitzenteams souverän

Autor: Sonja Beckmann
abgelegt in: Handball Bundesliga

Am 30. Spieltag der Handball-Bundesliga gewannen die ersten sechs Teams der Tabelle allesamt ihre Spiele. Die SG Flensburg-Handewitt, die ihr Heimspiel gegen MT Melsungen deutlich mit 43:25 (20:10) dominieren konnte, bleibt Tabellenführer mit einem Punkt Vorsprung vor dem Titelverteidiger THW Kiel. Die Kieler besiegten den TBV Lemgo mit 32:27 (15:12) und können am kommenden Mittwoch bei noch einem ausstehenden Nachholspiel wieder an den Flensburgern vorbeiziehen.

Dritter bleibt der HSV Hamburg, der den abstiegsgefährdeten TuS N-Lübbecke mit 38:25 (16:14) bezwang und seinen Platz in der Champions League in der kommenden Saison fast sicher hat. Eine Halbzeit lang konnte der Gast aus Ostwestfalen mithalten, doch dann brachen alle Dämme. Überragende Werfer beim HSV waren Lindberg mit acht und Yoon mit sechs Toren.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen entwickelt sich gegenwärtig im Kampf um Platz vier. Während sich die HSG Nordhorn, die wegen der schlechteren Tordifferenz punktgleich mit den Rhein-Neckar Löwen auf dem fünfte Rang liegt, ihre Auswärtsaufgabe bei HBW Balingen-Weilstetten souverän mit 28:24 (15:12) entledigte, hatten die Löwen Mühe. Im Heimspiel gegen den SC Magdeburg liefen die Gastgeber lange Zeit einem Rückstand hinterher. Noch zwölf Minuten vor dem Ende führte das Team von Michael Biegler mit zwei Treffern, doch am Ende unterlagen die Magdeburger 25:27.

Eine große Chance, sich ein wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, verpasste der Wilhelmshavener HV. Im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar kamen die Niedersachsen über ein enttäuschendes 27:27 (12:14) nicht hinaus. Das Ergebnis ist ais Wilhelmshavener Sicht umso ärgerlicher, weil das Team von Trainer Klaus-Dieter Petersen sechs Minuten vor dem Ende beim Stande von 25:20 bereits mit fünf Toren führte und den Ausgleich zwei Sekunden vor dem Ende kassierte. Mit nur einem Erfolg aus den vergangenen 19 Spielen bleibt der WHV weiterhin Tabellenletzter, der Platz zum Klassenverbleib ist dennoch nur einen Punkt entfernt.

Im Treffen der beiden Traditionsvereine siegte der VfL Gummersbach gegen Frisch Auf Göppingen mit 34:29 (17:15). Der TUSEM Essen gewann gegen die Füchse Berlin knapp mit 31:30 (15:14) und GWD Minden feierte gegen den TV Großwallstadt einen klaren 31:22 (13:12)-Erfolg.

HSV Hamburg – TuS N-Lübbecke 38:25
SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 43:25
THW Kiel – TBV Lemgo 32:27
VfL Gummersbach – Frisch Auf Göppingen 34:29
Rhein-Neckar Löwen – SC Magdeburg 27:25
Wilhelmshavener HV – HSG Wetzlar 27:27
HBW Balingen-Weilstetten – HSG Nordhorn 24:28
TUSEM Essen – Füchse Berlin 31: 30
TSV GWD Minden – TV Grosswallstadt 31:22


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In einem kampfbetonten Spiel konnten sich die Füchse Berlin gegen den direkten Tabellennachbarn aus Balingen mit 32:30 (16:15) durchsetzen. Mit nunmehr 20 Punkten ist der Klassenerhalt der Berliner zwar rechnerisch noch nicht ganz wasserdicht, aber doch sehr wahrscheinlich. Erfolgreichste Werfer waren bei den Füchsen Kjetil Strand und Konrad Wilczynski mit 7 und auf Seiten des HBW Balingen-Weilstetten der Ex-Berliner Daniel Brack mit 10 Toren.

Die 4744 Zuschauer sahen eine hart geführte Partie. Bereits nach 1:22 Minuten gab es die erste Hinausstellung für den Balinger Daniel Sauer. Doch auch auf Seiten der Berliner stieg Hany El Fakharany hart ein und bekam nach neun gespielten Minuten die zweite Zeitstrafe. Absetzen konnte sich keines der Teams, mit 16:15 ging es in die Halbzeit.

Auch in der zweiten Hälfte wählten beide Mannschaften eine recht robuste Gangart. Kaum einer der Spieler kam richtig ins Laufen. In der 47. Minute wurde es dann konfus. Nach Ballgewinn für Berlin durch Bartlomiej Jaszka kam der Pass auf Wilczynski nicht an, weil der Berliner Linksaußen von einem Balinger Spieler gehalten wurde. Die Schiedsrichter entschieden nach Absprache zuerst auf Freiwurf für Balingen und dann doch für die Füchse. Strand wuchtete im Anschluss den Ball zum 25:22 ins Tor, das war die Vorentscheidung. Am Ende zeigte Strand in der 60. Minute noch ein Schmankerl, als er einen Anwurf direkt verwandelte. Balingen hatte mit 7 Feldspielern gespielt, Torwart Christian Ramota schaffte es nicht schnell genug zurück in seinen Kasten.

Nach dem Spiel analysierte der Balinger Coach Rolf Brack: “Der Sieg ist wegen des Verlaufs in der zweiten Halbzeit verdient. Wir hatten schon vor vier Wochen zwanzig Punkte, das ist natürlich gefährlich. Wenn taktisch so wenig vom Gegner geboten wird wie heute, kann man nicht mehr machen.” Füchse-Trainer und -Laufcoach Jörn-Uwe Lommel entgegnete: “Ich habe in den 27 Jahren meiner Karriere noch nie eine Mannschaft erlebt, die so schmutzig Abwehr spielt. Das war eine Art von Handball die man sich so nicht anschauen muss. Die Partie blieb bis zum Ende ein Nervenkrieg, wir haben am Ende eine ,Schlacht gewonnen’. Der Klassenerhalt ist nun greifbar nah.”


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Der THW Kiel hat den DHB-Pokal gewonnen. In einem spannenden Finale beim Final Four setzten sich die Schleswig-Holsteiner gegen den HSV Hamburg mit 32:29 (17:18) durch und eroberten bereits zum fünften Mal die begehrte Trophäe. Vor 12.800 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Color Line Arena glänzten Nikola Karabatic (9) und Vid Kavticnik (8) mit den meisten Toren für den THW. Kyung-Shin Yoon (10) und Hans Lindberg (5) hielten den HSV lange im Spiel.

Im Anschluss an die Siegerehrung erhielt Thierry Omeyer die Auszeichnung des besten Torhüters, Nikola Karabatic wurde mit 17 Treffern bester Torschütze und Kyung-Shin Yoon zum besten Spieler im Final Four gewählt.

“Thierry Omeyer hat einigen unserer Rückraumspieler den Zahn gezogen. Spitzenspiele werden von Spitzenspielern entschieden”, konstatierte HSV-Trainer Martin Schwalb. THW-Coach Noka Serdarusic hat derweil an seinem Image gearbeitet: “Seit zwei Jahren sagt man mir nach, ich würde immer wie ein Stück Holz neben dem Spielfeld stehen. Heute war ein Finale, da musste ich, als ich die Zeitstrafe bekommen habe, mal zeigen, wie ich hinter meinem Team stehe.”


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Der THW Kiel und der HSV Hamburg spielen das Finale im Final Four in Hamburg. Die Kieler besiegten nach holprigem Auftakt im ersten Halbfinale die Rhein-Neckar Löwen schließlich sicher mit 38:34 (24:19). Vor 12.812 Zuschauern in der ausverkauften Color Line Arena waren Nikola Karabatic und Nationalspieler Dominik Klein mit jeweils acht Toren die erfolgreichsten Werfer des letztjährigen Triple-Gewinners. Für die Mannheimer erzielte Mariusz Jurasik (10) die meisten Treffer.

Nikola Karabatic

Der Gegner im Finale heißt HSV Hamburg. Die Hanseaten gewannen gegen die HSG Nordhorn mit 34:32 (16:14). Die besten Werfer des HSV waren Pascal Hens und Krzysztof Lijewski mit jeweils sieben Toren. Holger Glandorf überragte bei der HSG mit elf Toren.


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Am Wochenende steigt in Hamburg das Final Four im DHB-Pokal. Vor 12.800 Zuschauern in der ausverkauften Color Line Arena treffen im ersten Halbfinale Titelverteidiger THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen aufeinander (Anwurf 13:15 Uhr, alle Spiele live im NDR). Die Kieler, die in der vergangenen Saison alle drei Titel – Meisterschaft, Pokal und Champions League – gewannen, wollen den Pokal im heimischen Trophäenschrank behalten.

Color Line Arena

Dazu bedarf es eines Sieges gegen ein Team, bei dem neben Routiniers wie Christian Schwarzer, Henning Fritz und Andrej Klimovets mit Michael Haaß, Oliver Roggisch und Uwe Gensheimer ambitionierte Nationalspieler im Aufgebot stehen.

Im zweiten Halbfinale trifft die HSG Nordhorn auf den HSV Hamburg (Anwurf 15:15 Uhr). Die HSG Nordhorn war schon dreimal beim Final Four dabei, doch das Finale erreichten die Niedersachen noch nie. Nun hofft das Team von Trainer Ola Lindgren auf den großen Coup. Doch die Aufgabe wird schwer für die Niedersachsen: Mit dem HSV hat sich nicht nur der Gewinner des Final Four 2006 qualifiziert, sondern auch das Team, das Heimvorteil in der stimmungsvollen Color Line Arena genießt.

Guillaume Gille vom HSV setzt sich kraftvoll durch

Die Gewinner der zwei Halbfinals tragen am Sonntag das Finale um den DHB-Pokal aus (Anwurf 14.15 Uhr). Für alle Begegnungen des Wochenendes gilt: Es muss eine Entscheidung her. Sollte es nach regulärer Spielzeit unentschieden stehen, so wird das Spiel einmal um zwei mal fünf Minuten verlängert. Steht es danach noch unentschieden, entscheidet das Siebenmeterwerfen.


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25. Spieltag: THW Kiel weiter vorn

Autor: Sonja Beckmann
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Handball-Bundesliga

Der THW Kiel verteidigte die Führung in der Handball-Bundesliga, doch das Spiel gegen den VfL Gummersbach wogte lange hin und her, erst am Ende setzten sich die Norddeutschen ab und gewannen mit 31:28 (18:16). Überragender Akteur war der Kieler Nikola Karabatic mit 12/4 Toren. THW-Trainer Noka Serdarusic sagte nach dem Spiel: “So schwer hatten wir das nicht erwartet, das temporeiche, gute Spiel hat wirklich Nerven gekostet.”

Äußerst spannend ging es in Nordhorn zu. Die HSG und die Rhein-Neckar Löwen trennten sich nach einer packender Partie 29:29 (18:14). Die Nordhorner, die seit Dezember 2006 kein Spiel mehr im heimischen Euregium verloren hatten, mussten trotz klarer Halbzeitführung am Ende bangen. Der Ausgleich für die Grafschafter fiel erst elf Sekunden vor Schluss durch Kreisläufer Rastko Stojkovic. Mit drei Punkten Vorsprung haben die Grafschafter damit die günstigere Ausgangsposition, um die Champions League zu erreichen. “Das Unentschieden geht völlig in Ordnung”, sagte Weltmeister Holger Glandorf nach dem Spielende, “beide Mannschaften waren gleich stark.”

Dem Tabellenletzten TuS N-Lübbecke gelang ein wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt. Mit 38:33 besiegte das Team von Interimstrainer Zlatko Feric, der sein erstes Erfolgserlebnis nach dem Abschied von Vorgänger Velimir Kljaic feierte, die MT Melsungen. Die Ostwestfalen verließen damit sogar die Abstiegsränge und sind mit 13 Pluspunkten gegenwärtig 15. Melsungen steht mit 20 Zählern im gesicherten Mittelfeld.

Einen herben Rückschlag hingegen musste der TUSEM Essen hinnehmen. Der Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet unterlag der HBW Balingen-Weilstetten deutlich mit 26:34 (10:18). Schon zur Halbzeit lagen die Essener mit acht Treffern zurück. Balingen kann nun mit 20 Punkten für eine weitere Erstligasaison planen. Die HSG Wetzlar verlor zu Hause gegen den TV Großwallstadt mit 25:30 (10:17).

Dem SC Magdeburg gelang bei seinem Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen nach drei Niederlagen wieder ein Sieg, die Bördeländer dominierten den Gast aus Schwaben deutlich mit 34:27 (18:12).

SC Magdeburg – Frisch Auf Göppingen 33:26
Füchse Berlin – TSV GWD Minden 32:26
HSV Hamburg – Wilhelmshavener HV 44:17
TBV Lemgo – SG Flensburg-Handewitt 24:28
HSG Wetzlar – TV Grosswallstadt 25:30
TUSEM Essen – HBW Balingen-Weilstetten 26:34
HSG Nordhorn – Rhein-Neckar Löwen 29:29
TuS N-Lübbecke – MT Melsungen 38:33
THW Kiel – VfL Gummersbach 31:28


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Velimir Kljaic ist nicht mehr Trainer beim TuS N-Lübbecke. Einen Tag nach der 24:30- Heimniederlage gegen die HSG Wetzlar erklärte der 62-jährige seinen Rücktritt. Ausschlaggebend für diesen Schritt ist das nach seiner Ansicht gestörte Vertrauensverhältnis zur Mannschaft, die der ehemalige Olympiasieger zuletzt immer schlechter erreichen konnte.

Der Kroate will durch die Demission der Mannschaft neues Leben einhauchen, damit der Klassenerhalt doch noch geschafft werden kann. „Wir bedanken uns bei Velimir Kljaic für die geleistete Arbeit und wünschen ihm alles Gute“, sagte Geschäftsführer Uwe Kölling in branchenüblicher Tonlage. Die Trainingseinheiten werden vorübergehend von Teammanager Zlatko Feric geleitet.

Velimir Kljaic übernahm im März 2007 das Traineramt beim TuS N-Lübbecke von Jens Pfänder und schaffte in der vergangenen Saison in der Relegation den Klassenerhalt mit den Rot-Schwarzen.


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TUSEM Essen gibt die rote Laterne ab

Autor: Sonja Beckmann
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Handball-Bundesliga

Im Absteigskampf siegte der TUSEM Essen 30:28 gegen den Wilhelmshavener HV. Mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel unter Neu-Trainer Krzysztof Szargiej verließen die Essener erstmals seit Oktober vergangenen Jahres den letzten Tabellenplatz der Handball-Bundesliga und reichten die rote Laterne an den TuS N-Lübbecke weiter. Die Wilhelmshavener, die noch am vergangenen Mittwoch mit 23:19 gegen den TuS N-Lübbecke den ersten Sieg unter Trainer Klaus-Dieter Petersen erzielten, bleiben mit nur einem Punkt Vorsprung auf dem 15. Tabellenplatz, danach folgen Minden, Essen und Lübbecke mit jeweils elf Punkten.

Im Kampf um den vierten Tabellenplatz, der im Falle eines deutschen Erfolgs in der Königsklasse zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, kann sich die HSG Nordhorn weiter auf ihre Heimstärke verlassen. Im gestrigen Heimspiel gegen den TV Großwallstadt gewannen die Grafschafter mit 31:27 (13:14) und zementierten mit dem zehnten Erfolg im elften Spiel vor eigener Kulisse ihre Ambitionen in dieser Saison.


Mit einem 33:30-Auswärtssieg bei HBW Balingen-Weilstetten gelang es den Gummersbachern, den Kontakt zur Spitze zu halten. Die Balinger konnten in diesem Match lange mithalten und mussten sich erst in der Schlussphase dem Favoriten geschlagen geben. Mit acht Treffern war Roman Pungartnik bester Werfer der Gäste aus der kleinen Handballmetropole.

Der MT Melsungen gewann überraschend bei Frisch Auf Göppingen 34:30 und liegt mit 19 Punkten im sicheren Mittelfeld. Für die Göppinger dagegen ist die angestrebte Europacup-Qualifikation kaum mehr realistisch.

Die HSG Wetzlar gewann deutlich mit 30:24 beim TuS N-Lübbecke und dürfte mit 19 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Die unterlegenen Ostwestfalen hingegen rutschten auf den letzten Tabellenplatz ab.

In den drei Spielen am Sonntag musste sich der TBV Lemgo den Rhein-Neckar Löwen mit 25:29 (10:16) geschlagen geben, der HSV Hamburg besiegte TSV GWD Minden mit 27:22 (13:13) und Aufsteiger Füchse Berlin gelang ein unerwarteter 33:31 (16:15)-Erfolg gegen den SC Magdeburg.


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Jörn-Uwe Lommel, Trainer der Füchse Berlin, war nach dem 33:31 (16:15) über den SC Magdeburg geradezu ergriffen: “Das war der Höhepunkt unserer gemeinsamen Arbeit. Ich bin mächtig stolz. Das war das beste Saisonspiel, und das vor ausverkauftem Haus.” 9413 Zuschauer sahen in der Max-Schmeling-Halle eine ungemein spannende Partie, die hin und her wogte. “Wir hatten ein Quäntchen mehr Glück und waren ein Quäntchen entschlossener”, konstatierte Lommel. Mit nun 17:31 Punkten dürfte der Klassenerhalt schon so gut wie sicher sein. “Mit unserem Publikum sind wir sehr zuversichtlich”, sagte Füchse-Manager Bob Hanning, “wenn wir weiter die Heimspiele gewinnen, können wir mit Spaß nach Hamburg und Flensburg fahren.”

Dabei fing es nicht gut an für die Füchse, nach fünf Minuten stand es 1:4. Doch langsam kämpften sich die Berliner ins Spiel, den Ausgleich zum 6:6 erzielte der gebürtige Magdeburger Markus Richwien, der nach seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft noch effektiver spielt, dabei auch von der aufsteigenden Form von Mark Bult profitiert. Es ging eng zu in der ersten Hälfte, anfangs glänzte Damian Kabengele im Rückraum des Champions-League-Siegers von 2002, die Füchse trafen vor allem über die Außen Richwien und Konrad Wilczynski. Letzterer war es auch, der in Unterzahl per Siebenmeter die Füchse kurz vor der Pause erstmals in Führung brachte (16:15). Eine gute Partie zeigte der zweite Berliner Torwart Jens Wortmann, der früh für den anfangs etwas indisponierten Petr Stochl eingewechselt wurde.
In der zweiten Hälfte konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Die wohl spielentscheidene Szene ereignete sich in der 56. Minute, als die Magdeburger beim Stand von 30:29 einen Siebenmeter bekamen, wie üblich im “Fuchsbau” zur Melodie von “Spiel mir das Lied vom Tod”. Davor hatte Christian Sprenger alle sechs Strafwürfe verwandelt, doch den siebten parierte Stochl in krakenarmartiger Manier. Es war dann wieder am überragenden Wilczynski, acht Sekunden vor Schluss das entscheidende 33:31 zu werfen. Der Österreicher verwandelte sechs Siebenmeter und warf sechs Feldtore. Beste Magdeburger Schützen waren Alexandros Vasilakis (9) und Sprenger (8/6).

“Beide Mannschaften sind inzwischen auf Augenhöhe”, sagte SCM-Sportdirektor Stefan Kretzschmar. “Das ist keine Heuchelei.” Mit den Zugängen Michal Kubisztal und Bartlomiej Jaszka aus Polen sowie Christian Caillat aus Frankreich haben sich die Füchse im Winter enorm verbessert, während Magdeburg die Wechsel der polnischen Nationalspieler Karol Bielecki und Grzegorz Tkaczyk zu den Rhein-Neckar Löwen verkraften musste. Kretzschmar zeigte sich beeindruckt: “Die Euphorie des Publikums war grandios. Berlin ist in der Handball-Bundesliga angekommen.”


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Der HSV Hamburg verlor bei den Rhein-Neckar Löwen sein erstes Auswärtsspiel der laufenden Saison. In der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften SAP-Arena unterlagen die Hamburger mit 33:40 (17:21). Weder Johannes Bitter noch Per Sandström konnten im Hamburger Tor die Schotten dicht machen. Torsten Jansen, bester Hamburger Werfer (9/4), konnte sich nicht darin erinnern, jemals 40 Treffer mit dem HSV klassiert zu haben. Trainer Martin Schwalb sagte nach dem Spiel: “Wir haben in der Abwehr keine Stabilität gefunden, und das ist auch der Grund, warum wir verloren haben. Sehr zufrieden bin ich allerdings mit unserem heutigen Angriffsspiel. Wir spielen eine sehr stabile Saison und sind trotz dieser Niederlage eine Spitzenmannschaft. Weiter geht’s!“

Torsten Jansen © flickr / querpass_bilder

Bereits am Dienstag und Mittwoch gewannen Nordhorn (30:24 in Melsungen), Flensburg (38:22 gegen Essen) und Gummersbach (34:23 gegen Lübbecke) ihre Partien, der THW Kiel zog am Donnerstag mit einem Erfolg in Minden nach.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Abstiegskampfes. Ganz wichtig war der Erfolg für den zuletzt gen Abstiegszone trudelnden TV Großwallstadt gegen die Füchse aus Berlin (27:26). Vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand konnte sich wenigstens der Berliner Markus Richwien für seine Nationalmannschafts-Einladung mit einer guten Leistung bedanken.

Der HBW Balingen/Weilstetten entführte souverän die Punkte beim 28:23-Erfolg beim Tabellenvorletzten Wilhelmshavener HV. Das Team von Trainer Rolf Brack kommt auf eine Bilanz von 8:6-Punkten aus den vergangenen sieben Spielen und darf sich damit berechtigte Hoffnungen auf ein weiteres Jahr Bundesliga machen. Schwer hingegen werden die Zeiten für Klaus-Dieter Petersen und seinen WHV. Die Heimniederlage war bereits die sechste Pleite in Folge. Allein der TUSEM aus Essen hat mit neun Punkten noch einen Zähler weniger auf dem Konto.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt gelang der HSG Wetzlar, die vor heimischer Kulisse den Gegner aus Göppingen knapp, aber verdient mit 26:25 (13:12) bezwang. Dabei führten die Mittelhessen drei Minuten vor dem Ende bereits mit 26:22, machten es aber vor 3.500 Besuchern noch einmal spannend.

Die Partie SC Magdeburg gegen den TBV Lemgo wurde auf den 28. März (Anwurf 20:15 Uhr) verlegt.


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