Armin Emrich ist überraschend als Handball-Bundestrainer der Frauen zurückgetreten. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) teilte am Mittwoch mit, dass der 57-Jährige aus persönlichen Gründen nicht länger für das Amt zur Verfügung stehe. DHB-Präsident Ulrich Strombach deutete Mobbing-Attacken einiger Bundesligavereine an.
“Die Mission Frauenhandball war für mich eine völlig neue Herausforderung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe in den vergangenen vier Jahren mit einer großartigen Mannschaft eine sehr schöne, erfolgreiche und prägende Zeit erlebt. Vermissen werde ich die Mannschaft und deren tolles Umfeld, das über die Jahre bei all den Maßnahmen zusammengewachsen ist”, sagte Emrich.
“Das Präsidium des Deutschen Handball-Bundes und vor allem ich persönlich bedauern sehr den Rückzug unseres Bundestrainers Armin Emrich”, sagte DHB-Präsident Strombach und setzte hinzu: “Wir haben allerdings Verständnis für seine aus persönlichen Gründen getroffene Entscheidung, da uns in der Zeit seit den Olympischen Spielen in Peking eine stark an Mobbing erinnernde, aggressive Haltung einiger Bundesliga-Vertreter nicht verborgen geblieben ist.”
Emrich, der die DHB-Frauen Anfang 2005 von Ekke Hoffmann übernahm, blickt auf eine überwiegend positive Bilanz zurück: Unter ihm stabilisierten sich die deutschen Handballerinnen wieder in der Weltspitze, erreichten bei Welt- und Europameisterschaften drei Halbfinals, gewannen 2007 WM-Bronze und nahmen nach zwölfjähriger Abwesenheit in Peking erstmals wieder an Olympischen Spielen teil, schieden jedoch bereits in der Vorrunde aus. Bei der Euro 2008 in Mazedonien erreichten die Deutschen lediglich Rang vier, Norwegen wurde Europameister.
Ein Nachfolger steht noch nicht fest, Emrich übergibt ein intaktes Team: “Die Perspektiven der gewachsenen Mannschaft für die kommenden Welt- und Europameisterschaften mit dem Ziel Olympische Spiele 2012 in London sind gut.”