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Bilanz der EM in Norwegen

Autor: Carsten
abgelegt in: Handball EM

Ernüchterung ist im deutschen Team eingekehrt und es werden erste Fazits der vergangenen Europameisterschaft in Norwegen gezogen. Das große Ziel, nach dem Weltmeistertitel auch Europameister zu werden, hat die Mannschaft von Heiner Brand verpasst, aber trotz allem ein gutes, wenn auch nicht sehr gutes Turnier gespielt.

Das Bundestrainer Heiner Brand nicht nur der „Gute-Laune-Onkel“ ist, haben die ersten Konsequenzen nach der EM wieder einmal belegt, so wurden Lars Kaufmann, Rolf Herrmann und Michael Kraus erst einmal aus dem Kader verbannt und sollen sich erst durch sehr gute Leistungen in der Bundesliga wieder anbieten. Gerade von Krauss, dem Shooting-Star der Weltmeisterschaften, war Brand sehr enttäuscht. Lediglich 30 Prozent seiner möglichen Leistungen soll der Nachfolger von Regisseur Baur bei den Titelkämpfen gezeigt haben. Kaufmann und Herrmann soll die entsprechende Einstellung gefehlt haben. „Das war einfach zu wenig. Ich habe bei ihren Einsätzen nicht erkennen können, dass sie ihre Chance beim Schopf packen wollen!“ – so der Bundestrainer.

Eines muss man aber der deutschen Mannschaft zu Gute halten – angesichts der Vielzahl der Verletzungen von Leistungsträgern wie Velyky, Kehrmann, Zeitz, Roggisch und später Baur hat sie nachgewiesen, dass der Weltmeistertitel kein Zufall war. Dänemark war einfach präsenter und verfügte am Ende über mehr Kraftreserven. Die Belastung von acht Spielen innerhalb von zehn Tagen ist einfach zu hoch und sollte auch von den Organisatoren noch einmal überdacht werden.

Spielerisch waren einfach zu viele Defizite und zudem konnte sich kaum ein Spieler derart in Szene setzen, um die gesamte Mannschaft noch einmal mitreißen zu können. Mit Florian Kehrmann wurde auch lediglich nur ein Deutscher in die Mannschaft des Turniers gewählt worden, was diese Aussage nur bestätigt. Fritz und Bitter zeigten phasenweise ein Weltklasse Torhüter-Spiel, war aber auch oftmals nur Mitläufer. Man sollte jetzt aber nicht die Köpfe hängen lassen, sondern voller Optimismus auf die Olympischen Spiele 2008 schauen, um dort möglicherweise ein Sommermärchen zu starten.

Etwas enttäuschend war die Zuschauerbilanz in den Hallen in Norwegen. Manchmal hatten Reporter eine ganze Sitzreihe für sich, jeder Zuruf der Trainer oder Kommentar eines Spielers war noch auf den hinteren Rängen zu hören. Möglicherweise hatte der Norweger an sich auch etwas anderes zu tun, als sich die europäische Handballelite anzuschauen – fragt sich nur was? Die vollen Hallen in Deutschland und die dortige Stimmung wird wohl für lange Zeit unerreichbar bleiben.


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